Türkische Medien berichteten einige Stunden nach dem Erdstoß gegen 13.41 Uhr Ortszeit (12.41 Uhr MESZ), in der Kreisstadt Ercis in der Provinz Van seien bis dahin 45 Tote gefunden worden.

Der stellvertretende Ministerpräsident Besir Atalay teilte mit, in Ercis seien 35 bis 30 Gebäude eingestürzt, darunter ein Schülerheim. In Van seien zehn Häuser eingestürzt. Der Fernsehsender NTV berichtete, auch der Flughafen von Van sei beschädigt worden.

In der Provinz Van liefen viele Menschen nach dem Erdstoß in Panik auf die Straßen. Es habe mindestens 50 Verletzte gegeben, teilte der Rettungsdienst des türkischen Roten Halbmonds mit.

Der Bürgermeister von Ercis, Zulfikar Arapoglu, bat in einem dramatischen Appell um Hilfe: „Es sind so viele tot. Mehrere Gebäude sind eingestürzt, da ist zu viel Zerstörung“, sagte er im Fernsehsender NTV. „Wir bauchen dringend Hilfe, wir brauchen Ärzte und Sanitäter.“

Auch in der Provinzhauptstadt Van stürzten Gebäude ein, sagte Bürgermeister Bekir Kaya: „Das Telefonsystem ist wegen Panik blockiert, wir können nicht sofort den ganzen Schaden ermessen“.

Schwere Schäden wurden auch aus der Umgebung von Ercis gemeldet. Es sei eine große Katastrophe: Häuser, Schülerheime, Hotels und Tankstellen seien zerstört. Die US-Erdbebenwarte in Golden registrierte das Beben um 13.41 Uhr Ortszeit (12.41 Uhr MESZ) mit einer Stärke von 7,2. Mit einer Tiefe von 20 Kilometern sei es oberflächennah und könnte daher größeren Schaden anrichten. Das türkische Erdbebenzentrum Kandilli sprach von einer Stärke 6,6 und einer Tiefe von sogar nur fünf Kilometern. Mehrere Nachbeben mit Stärken bis zu 5,5 seien unmittelbar gefolgt. Das Epizentrum habe in der Provinz Van gelegen, die an den Iran grenzt.