Beim Gottesdienst blieb kein Platz leer. Viele Burger und Touristen verfolgten die Zeremonie vor der Kirche. Anfang der 90er- Jahre wurde der Brauch des wendischen Kirchgangs in den schwarzen Festtagstrachten, den es in dieser Form nur in Burg gibt, durch den Heimat- und Trachtenverein wiederbelebt. "Ich komme mit meiner Familie schon seit mehreren Jahren zum Kirchgang. Er gehört zu Burg", sagte Reinhard Selka. "Ähnlich halten es viele Burger, und auch den Touristen gefällt diese Tradition.""Den Kirchgang und die schwarze Festtagstracht wollen wir unbedingt erhalten. Wir wenden dafür sehr viel Zeit und Mühe auf, aber die lohnt sich, wie Jahr für Jahr am Ostersonntag zu erleben ist", konstatiert Christa Dziumbla. "Christliches Brauchtum war zu DDR-Zeiten nicht erwünscht und wurde zurückgedrängt. Nach dem Kirchgang konnte nun auch das österliche Psalmensingen wiederbelebt werden. Der christliche Glaube ist bei den Wenden im Spreewald besonders fest verwurzelt", konstatierte Siegfried Malk. "Wenden, Brauchtum und Christentum bilden seit der Gründung der evangelischen Gemeinde in Burg im 17. Jahrhundert eine feste Gemeinschaft", sagte Pfarrer Christian Popp. "Das belegen bis heute viele Beispiele."