Anfang Oktober 2010 hatte das Schulverwaltungs- und Sportamt damit begonnen, sämtliche für den Schulentwicklungsplan relevante Daten zusammenzutragen, wie Schülerzahlen aller Schulen im Landkreis Elbe-Elster, die Geburtenzahlen oder die aktuellsten Schulbezirkssatzungen der jeweiligen Schulträger.

Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport sowie der Kreisausschuss haben sich ausführlich mit der Schulentwicklungsplanung 2012 bis 2017 beschäftigt. Die Abwägung hat zwei Monate in Anspruch genommen. „Es gab kaum Widerspruch, weil in der Planung keine großartigen Veränderungen für die Schullandschaft beschrieben sind“, resümierte die Leiterin des Schulverwaltungsamtes des Kreises, Marlis Eilitz.

Warten auf Landesgesetz

Nur ein kleiner Passus ist in diesem Plan der Inklusion – dem gemeinsamen Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern – gewidmet. „Das Thema Inklusion ist gesetzlich noch nicht verankert“, so Marlis Eilitz. „Das Land prüft noch. Klar ist nur, dass die Inklusion in den Grundschulen beginnen soll. 90 Prozent der Grundschulen befinden sich aber nicht in Trägerschaft des Kreises, sondern der Kommunen.“ Die Amtsleiterin informierte darüber, dass sie mit den Bürgermeistern verabredet hat, sich in zwei Jahren zur Schulentwicklung neu zu finden, wenn die Inklusion gesetzlich geregelt ist.

Marlis Eilitz gab im Kreistag einen Überblick über die Schulen im Kreis und deren Einschätzung zur Barrierefreiheit. Demnach gibt es im Kreis 27 Grundschulen, von denen lediglich eine behindertengerecht ausgebaut ist. Elf sind es teilweise – und 15 gar nicht. Von drei Grund- und Oberschulen sind zwei barrierefrei, eine ist es teilweise. Zwei dieser Einrichtungen haben Flexklassen.

Von den sechs Oberschulen sind drei barrierefrei und eine teilweise barrierefrei. Vier Gymnasien gibt es im Kreis, von denen eines ganz und eines teilweise den barrierefreien Anforderungen entspricht. Die sechs Förderschulen sind alle barrierefrei ausgebaut, die Einrichtungen des Oberstufenzentrums sind es teilweise.

Lutz Kilian, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag regte an, das Thema Inklusion nicht auf die lange Bank zu schieben. „Der zuständige Fachausschuss sollte sich damit bereits befassen, damit wir vorbereitet sind“, sagt er. Dabei gehe es um eine Bestandsaufnahme und darum. welche finanziellen Aufwendungen der Kreis in diesem Zusammenhang stemmen müsse.

Einschnitte drohen nach 2017

Den Blick über die gerade beschlossene Schulentwicklungsplanung hinaus gerichtet, stellte Marlis Eilitz die Frage in den Raum, was nach 2017 mit der Schullandschaft im Kreis passieren wird. Die Zahl der Einschulungen werde im Jahr 2024/25 im Vergleich zum heutigen Stand um mehr als 30 Prozent sinken. Wurden im Schuljahr 2010/11 noch 825 Mädchen und Jungen eingeschult, so werden es im Schuljahr 2024/25 nur noch etwa 550 sein, so die Amtsleiterin. Das würde weitere Einschnitte in der Schullandschaft des Kreises nach sich ziehen.