D i e Schulstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hält trotz der von der Landesregierung geplanten Kürzungen im Privatschulsektor an der Gründung eines Evangelischen Gymnasiums in Cottbus fest. „Wir sehen uns gegenüber den Initiatoren des Projekts in der Pflicht“, sagt Stiftungsvorsitzender Frank Olie.

Außerdem beträfen die geplanten Kürzungen die Gymnasien nicht unmittelbar. So erhofft sich die Stiftung nach den Worten ihres Vorsitzenden trotz hohen Sanierungsaufwands im künftigen Schulgebäude, der früheren Blechenschule, nach einer Anlaufphase schwarze Zahlen für das Projekt. Frank Olie: „Wir gehen davon aus, dass die Baumaßnahme drei Millionen Euro kosten wird.“

Auch die Paul-Gerhardt-Gemeinde Lübben, wo die Evangelische Schulstiftung eine Grundschule betreibt, steht hinter dem Vorhaben. Befürchtungen, dass das Engagement des Schulträgers in Cottbus die schwierige finanzielle Situation der Lübbener Schule noch verschärfen könnte, hat Pfarrer Olaf Beier nach eigenen Worten nicht.

Die Kritik der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde richte sich vielmehr gegen die Politik. „Die evangelischen Schulen sind auf die finanziellen Zuweisungen des Landes dringend angewiesen“, heißt es in einem Appell der Synode des Kirchenkreises Niederlausitz an Kommunalpolitiker. Sie bitte sie, sich „für eine auskömmliche und nachhaltige Zuschussregelung der freien Schulen“ einzusetzen. Wie Pfarrer Olaf Beier betont, geht es um „faire Bedingungen für Schulen in freier Trägerschaft“.

Kritisch hingegen sieht Bernard Würfel vom Schulträgerverein Johanneum Hoyerswerda den für den Sommer 2012 geplanten Start eines Evangelischen Gymnasiums in Cottbus. „Selbst wenn uns unsere Schüler aus Südbrandenburg die Treue halten, müssen wir uns fragen: Wie sieht es künftig mit Neuanmeldungen aus diesem Raum aus“, sagt Würfel.

Aller dings verzeichne die vor 20 Jahren gegründete Schule langsam aber stetig steigende Schülerzahlen. „Wegen unseres guten Rufs können wir schon etwas gelassener sein“, sagt Bernard Würfel. Dennoch entstehe mit der Cottbuser Schulgründung „ein Wettbewerb, dessen Ausgang wir noch nicht einschätzen können “.

Eine Wettbewerbssituation sieht auch Frank Olie. Allerdings habe er in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, „dass die Schulen von einem Wettbewerb profitieren und ihre Qualität sich eher erhöht “.

Zum Thema:

SchulgeldDie Eltern von Schülern am Evangelischen Gymnasium Cottbus müssen nach Angaben der Schulstiftung mit einem gestaffelten Schulgeld zwischen 45 bis 315 Euro im Monat rechnen. Das monatliche Schulgeld im Johanneum Hoyerswerda liegt nach Angaben des Trägervereins derzeit bei 56,21 Euro.