"Eins wächst aus dem anderen", das sei sein Prinzip, sagt Winkelmann. Der Tanzpädagoge hatte im Jahr 1969 gemeinsam mit dem Komponisten Manfred Lehmann und der Chorleiterin Margarete Gröschke das Cottbuser Kindermusical gegründet. Auftritte in Pionier- und FDJ-Kleidung hat das Pädagogen-Team abgelehnt. "Wir brauchten keine Uniformen, sondern Persönlichkeiten, die auf kindgemäße Weise Geschichten erzählen." Ensembleleiter Manfred Lehmann hat sich dafür "manche Backpfeife eingefangen". Doch das Konzept ging auf. Auch weil Helmut Winkelmann eine ganz neue Tanzsprache für Kinder entwickelt hat. "Hüftenschwenken nach westlichem Vorbild war verboten", sagt er. Deshalb habe er aus deutscher Folklore und Gesellschaftstanz eine Synthese geschaffen, mit der Inhalte gestaltet werden konnten. So entstanden Stücke wie die legendäre "Tanzbrigade Maus", das von 22 Ensembles nachgetanzt worden ist. "Ich habe mich immer als Mutmacher für die Kinder gefühlt", sagt Winkelmann. Alles, was er ihnen gegeben hat, habe er "tausendfach zurückbekommen". Stolz spricht er von Tänzern wie Petra Bremer und Maik Moch, die ihre ersten Schritte im Kindermusical gegangen sind, später unter seiner Leitung im Jugendtanztheater weitergemacht haben und auf der Bühne des Staatstheaters in der "West Side Story" einfach großartig waren. Noch heute verfolgt Helmut Winkelmann als Ehrenmitglied die Arbeit des Cottbuser Kindermusicals. "Besonders gefallen hat mir ,Anna und das Lächeln der Planeten'", sagt er. Das Ensemble sei "auf einem Höhepunkt angekommen, der noch mehr erhoffen lässt". Noch heute betreut er trotz gesundheitlicher Probleme den Tanzkreis "Alte Liebe", dessen Mitglieder selbst in die Jahre gekommen sind und dennoch Beachtliches leisten.Über die Jubiläumsgala des Vereins im Oktober 2009 im Staatstheater Cottbus schreibt Gerhard Gräbig aus Sielow: "Geboten wurde anspruchsvolle Folklore mit Volkstanz, Tanz, Gesang . . . Ein bewegender Augenblick für alle, als mit bedächtigen Schritten der bekannte Choreograf und Tanzpädagoge Helmut Winkelmann die Bühne betrat. Die Zuschauer erhoben sich spontan von ihren Plätzen . . ."