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Schön und gepflegt durch den Sommer

Die sommerliche Hitze setzt allen Menschen zu. Frauen verzichten in dieser Zeit besser auf Make-up, damit die Haut schwitzen kann.
Die sommerliche Hitze setzt allen Menschen zu. Frauen verzichten in dieser Zeit besser auf Make-up, damit die Haut schwitzen kann. FOTO: Christin Klose/dpa
München. Sonnenschein und warme Temperaturen strapazieren Haut und Haare. Experten verraten ihre Tipps zu Pflege und Make-up in der heißen Jahreszeit. Andrea Abrell / tha

Die schönste Zeit des Jahres ist der Sommer. Strahlende Sonne, leuchtend blauer Himmel und vielleicht sogar die Aussicht auf ein paar Wochen Strandvergnügen sorgen für gute Laune. Allerdings kann Sommer auch Stress bedeuten - für Haut, Haare und Make-up.

Haut: "Natürlich ist ein adäquater Sonnenschutz in der heißen Jahreszeit immer noch das Mittel der Wahl, um Schäden durch UV-Strahlen zu vermeiden", erklärt der Dermatologe Hans-Peter Schoppelrey aus München. Doch auch die tägliche Pflegeroutine sollte im Sommer umgestellt werden. "Allzu reichhaltige Anti-Aging-Cremes sorgen beispielsweise dafür, dass die feinen Schweißdrüsen der Haut verstopfen können." Die Haut fühle sich heiß an, Unreinheiten könnten die Folge sein.

Besser seien daher leichtere Produkte wie ein Serum oder eine Creme auf Gelbasis, erläutert Schoppelrey. Vor allem wer normale oder fettige Haut hat, sollte in den Sommermonaten auf solche Produkte umsteigen. "Die Luft in unseren Breitengraden ist normalerweise immer ein wenig feucht, sodass die Haut quasi von außen versorgt wird."

"Die Haut muss schwitzen können", lautet Schoppelreys allgemeiner Tipp zum Sommer. Zum einen, weil Schweiß nichts anderes ist als der Ausdruck der natürlichen Thermoregulation des Körpers. Zum anderen aber regt das die Durchblutung an, abgestorbene Hautzellen könnten somit besser abtransportiert werden. Darüber hinaus enthalte der Schweiß körpereigene Lipide, die die Haut mit Fetten und Feuchtigkeit versorgten - quasi eine Pflege von innen.

Make-up: Der Visagist Peter Arnheim aus Berlin empfiehlt, anstelle der schwereren Foundation auf leichte, mattierende Tagescremes umzustellen, damit die Haut atmen kann.

Bei leicht sonnenbrauner Haut sei in vielen Fällen überhaupt kein Make-up nötig. "Gegen glänzende Partien rund um Stirn, Nase und Kinn hilft auch ein leichter, mattierender Puder", erklärt Arnheim. "Die gibt es mittlerweile in so vielen Nuancen, dass man damit auch kleine Unregelmäßigkeiten im Teint kaschieren kann."

Und für ganz heiße Tage gilt laut Arnheim diese Regel: "Bei großer Hitze sollte man möglichst ganz auf Make-up verzichten. Ein Hauch von Gloss und vielleicht ein wenig wasserfeste Wimperntusche - das ist im Hochsommer völlig ausreichend."

Haare: Durch die relativ hohe Luftfeuchtigkeit hierzulande im Sommer werden die Haare normalerweise nicht trockener oder spröder. Wer allerdings viel im Schwimmbad ist oder unter südlicher Sonne ins Meer und den Hotelpool geht, sollte wissen: Chlor und Salz entziehen dem Haar Feuchtigkeit. Daher ist es wichtig, nach einem langen Tag am Strand oder Pool die Rückstände von Chlor, Salzwasser und Sand abzuwaschen. Roberto Laraia, Art Director des Zentralverbands des deutschen Friseurhandwerks in Köln, empfiehlt dazu ein Shampoo mit feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen. Außerdem helfe während, aber auch nach dem Urlaub eine Intensivkur.

Um die Frisur möglichst umfassend vor der Sonnenstrahlung zu schützen, empfiehlt der Experte, lange Haare zu einer lockeren Flechtfrisur zusammenzubinden. Ein Extra gebe das in diesem Fall am Abend: "Die Haare fallen in den angesagten Strandwellen-Look." Das funktioniere vor allem dann gut, wenn das Haar nach dem Flechten mit einem speziellen Feuchtigkeitsspray eingesprüht wird.

Wer das lange Haar hingegen lieber offen oder grundsätzlich eine Kurzhaarfrisur trägt, sollte es mit einem Sonnenschutz-Spray für die Haare vor der UV-Strahlung schützen, lautet der Ratschlag des Beauty-Experten.

Zum Thema:
Die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) informiert auf ihrer Internetseite www.unserehaut.de über die vier verschiedenen Hauttypen.Hauttyp 1: helle Haut mit Sommersprossen, blonde oder rote Haare, blaue oder grüne Augen.Hauttyp 2: helle Haut, blonde Haare, blaue oder grüne Augen.Hauttyp 3: mittelhelle Haut, dunkle Haare, braune Augen.Hauttyp 4: von Natur aus dunkle Haut, schwarze oder dunkle Haare, braune Augen.Die Gefahr mittags im Hochsommer einen Sonnenbrand zu bekommen, reicht von fünf bis zehn Minuten bei Hauttyp 1 bis zu 40 Minuten bei Typ 4 - wenn auf Sonnenschutz verzichtet wird. Die ADP-Experten raten, die Sonne in der Mittagszeit von 11 bis 15 Uhr generell zu meiden und sonnengerechte Kleidung zu tragen, die die Haut bedeckt. Für unbedeckte Körperstellen empfehlen sie Sonnenschutzmittel mit dem Lichtschutzfaktor 30.Kinderhaut ist um ein Vielfaches schutzbedürftiger als die eines Erwachsenen, mahnen die Spezialisten. Studien hätten gezeigt, dass Menschen, die in ihrer Kindheit häufig der Sonne ausgesetzt waren und Sonnenbrände erlitten, ein deutlich erhöhtes Risiko aufwiesen, an Hautkrebs zu erkranken. (tha)