Ultraschall und Stoßwellen sind bei manchen orthopädischen Erkrankungen alternative Behandlungsmethoden. "Aber sie haben nicht die gleichen Effekte", sagt Jörg Hausdorf, Leiter der AG Stoßwellentherapie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). "Und sie eignen sich deswegen auch nicht für die gleichen Krankheitsbilder."

Bei Ultraschall handele es sich um höherfrequente Schallwellen, die in den Körper eintreten, ohne an Energie zu verlieren, und dann Wärme erzeugen. Klassischerweise kommt das bei Erkrankungen zum Einsatz, die mit Muskelverspannungen einhergehen.

"Stoßwellen haben ein breiteres Einsatzgebiet", erläutert der Oberarzt an der Klinik für Orthopädie im Klinikum Großhadern in München. Ursprünglich wurden sie eingesetzt, um Nierensteine zu zertrümmern. Und das ist auch heute noch so. "Es sind reine Druckwellen", erläutert Hausdorf. Wenn sie in den Körper eindringen und auf festes Gewebe wie etwa Knochen treffen, wird maximale Energie frei. Typische Einsatzgebiete sind zum Beispiel die Kalkschulter, der Tennisellenbogen und der Mausarm. "Die Stoßwellen setzen Wachstums- und antientzündliche Faktoren frei." Die Behandlung mit Stoßwellen ist schmerzhaft, gelegentlich wird deshalb ein Schmerzmittel verabreicht. "Es tut aber nur während der Behandlung weh", erläutert der Oberarzt.

Für die Behandlung eines Fersensporns an der Fußsohle hält Hausdorf Stoßwellen für besser geeignet als Ultraschall. Die Erfolgsaussichten liegen nach seinen Angaben bei 70 zu 40 Prozent. Bei der Stoßwellentherapie sind insgesamt drei Behandlungen innerhalb von drei Wochen nötig.

Die Ultraschallbehandlung ist allerdings beim Physiotherapeuten möglich und eine Kassenleistung. Für die Stoßwellentherapie müssen Patienten zum Orthopäden. Sind sie gesetzlich versichert, müssen sie die Kosten derzeit noch selbst tragen. Ob die Behandlung eine Kassenleistung wird, soll voraussichtlich Ende kommenden Jahres entschieden werden.