Mia und Ben, Emma und Jonas - die Spitzenreiter der Vornamen-Ranglisten sind bekannt. Doch zu den beliebten Modenamen kommen immer mehr neue hinzu. Denn dass Zuwanderer das Land Tag für Tag ein Stück vielfältiger machen, spiegelt sich auch in den Geburtsurkunden wider: Jedes Jahr werden rund 1000 Vornamen neu eingetragen. "Mit der Migration kommen neue Namen zu uns", sagt Gabriele Rodríguez. Die Expertin arbeitet in der Namensberatungsstelle an der Universität Leipzig. Rund 3000 Menschen aus ganz Deutschland fragen jedes Jahr hier an. 2014 registrierten die Forscher 41 514 unterschiedliche Vornamen.

Neu sind Namen aus dem arabischen, türkischen, kurdischen oder persischen Raum aber keineswegs. Im Laufe der Zeit verwischen die Grenzen dann auch. "Jasmin etwa ist ein persischer Name, der mittlerweile ganz normal als deutscher Name empfunden wird", erläutert Rodríguez.

Doch nicht nur die Migration lässt die Anzahl der Vornamen steigen. "Es gibt auch einen Trend zur Individualisierung", weiß die Wissenschaftlerin. "Viele Eltern wollen ausgefallene Namen, die nicht jeder hat." Einige Paare zeigen sich durchaus kreativ. Neymar, Sequoia oder auch Schnuckelpupine - alles Namen, die kürzlich auf deutschen Geburtsurkunden erfasst wurden.

Dass traditionelle Namen bei so viel Veränderungen aussterben, braucht aber niemand zu befürchten. Denn auch altdeutsche und germanische Namen gewinnen seit Jahren an Beliebtheit. Ob Karl, Otto oder Friedrich - besonders Jungen werden wieder öfter nach ihren Großvätern benannt.