Es ist nicht mal Mitte November - aber in einigen Teilen Deutschlands ist es schon richtig winterlich gewesen. Zwischen Niedersachsen und der Ostsee lag der Schnee bis zu 20 Zentimeter hoch, in der Nacht sanken die Temperaturen bis auf minus 16 Grad. Bleibt das Brrrrr-Gefühl?

Wie ungewöhnlich ist Schnee im November?
Die ersten weißen Flocken können im November angesichts der sinkenden Temperaturen und des näherrückenden Winters eigentlich nicht überraschen - doch meist liegt zu dieser Zeit eher in den Alpen oder den Hochlagen der Mittelgebirge Schnee. "Im Flachland kommt der Schnee aber meist eher Ende November", sagt Andreas Friedrich, Meteorologe und Pressesprecher beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach. "Was wir in Niedersachsen erlebt haben, wo ja doch extrem viel Schnee gefallen ist, ist Anfang November außergewöhnlich und kommt höchstens alle zehn Jahre vor."

Heißt dass, es wird in diesem Jahr einen kalten Winter geben?
Für die Meteorologen beginnt der Winter am 1. Dezember - bis dahin dauert es noch fast drei Wochen. Mit speziellen Rechenmodellen werden Trendprognosen für Jahreszeiten erstellt, sagt Friedrich. "Da kann man dann sehen, ist es statistisch wahrscheinlich, dass die Jahreszeit im Vergleich zu den letzten 30 Jahren wärmer oder kälter wird?" In diesem Jahr rechnen die Meteorologen aufgrund dieser Berechnungen mit einem etwas milderen Winter im Vergleich zum Durchschnitt. Im Dezember kann der Winter aber mit aller Härte zuschlagen, gefolgt von einem milden Januar und durchschnittlichen Februar. Oder es bleibt gleichbleibend mild. "Man kann mit so einer Jahreszeiten-Trendprognose nichts Genaues planen", warnt der Meteorologe.

Und was ist mit den Aussichten auf weiße Weihnacht? Wann lässt sich da etwas sagen?
"Man kann frühestens ab Mitte Dezember sagen, wie die einzelnen Tage zu Weihnachten ablaufen werden", sagt Friedrich. Doch auch bei diesen Vorhersagen liege die Trefferquote der Experten nur bei 65 bis 70 Prozent. "Wenn die Wetterlage sehr schwierig ist, ist es oft erst ein, zwei Tage vorher klar, ob es Neuschnee und weiße Weihnachten gibt."

Also keinerlei Schneegarantien?
Doch, versichert Friedrich, es gebe hundertprozentige Trefferquoten für Weihnachten im Schnee. Das ist alles eine Frage des Ortes: "Auf der Zugspitze -seit Beginn der Wetterbeobachtung hat da in 3000 Meter Höhe immer Schnee gelegen."