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Schlusssirene für Finsterwalder Handball-Nachwuchsteam

Auf eine beachtliche Medaillensammlung können die BSV-Mädchen verweisen.
Auf eine beachtliche Medaillensammlung können die BSV-Mädchen verweisen. FOTO: Kein Fotograf erkannt!
Finsterwalde. Die Mädchen des BSV Grün-Weiß verabschieden sich nach elf Jahren von ihrem Verein in Richtung Massen. Eine Nachfolgemannschaft ist nicht in Sicht. red/sh

Die Schlusssirene ertönte, die Mädchen vom BSV Grün-Weiß Finsterwalde hatten wieder einmal einen Sieg eingefahren. Das Ergebnis war am Ende knapp.

Und trotzdem blieb bei allen ein "etwas merkwürdiges Gefühl", wie die BSV-Mädchen es selbst formulieren. Denn zum letzten Mal nach elf Jahren hatten sie die BSV-Trikots übergezogen, Handballschuhe geschnürt und den Schlachtruf zu Spielbeginn gerufen. Die "Karriere" der Mädchenmannschaft beim BSV ist nun Geschichte. Es seien imposante, spannende, manchmal auch leidvolle, aber im Rückblick unglaublich erfahrungsreiche und vor allem mit vielen Medaillen gekrönte Jahre gewesen, die sie beim BSV erleben konnten und durften. Zuverlässig begleitet von den Trainerinnen Simona Beyer, später im Team mit Nancy Burghardt und zuletzt auch Heike Pöhle.

Alles begann im Jahr 2006, wo kleine sportbegeisterte Mädchen spielerisch den Umgang mit dem Handball erlernen wollten und sich zu einer Mannschaft formierten. Die ersten Ligaerfahrungen gab es für die Mannschaft im Jahr 2009 mit der ersten Saison in der F-Jugend. Diese Saison konnte das Team gleich mit dem ersten Platz abschließen. Alles was sich bot, um Spielerfahrung zu sammeln, wurde mitgenommen, egal ob es Turniere in Berlin waren oder Landesmeisterschaften. Die Truppe war als kleine "Provinzmannschaft" erfolgreich und musste sich oft nicht hinter Sportschul- und Leistungsstützpunktmannschaften verstecken. Auch die Erfahrung, in der Oberliga zu spielen, hat die Mädchen sportlich weiter gebracht. "Manchmal waren wir auch reichlich müde auf Grund der langen Fahrzeiten zu Auswärtsspielen", so die Mädchen. 13 Gold-, vier Silber- und zwei Bronzemedaillen wurden in dieser Zeit gesammelt. Die BSV-Spielerinnen sind sehr stolz auf das Erreichte und den Zusammenhalt in der Mannschaft.

Nun schließt sich das Kapitel Mädchenmannschaft des BSV. Eine nachfolgende weibliche Nachwuchsmannschaft ist nicht in Sicht. Und so möchten sich die BSV-Spielerinnen bei allen bedanken, die den Sport ermöglicht haben. Dazu gehören die Sponsoren, die für die Ausstattung mit Trikots und Sporttaschen sorgten. Oder die Eltern, die zum Beispiel die vielen Fahrdienste absolvierten, und ohne die vieles so nicht möglich gewesen wäre. Sie waren es auch, die unzählige Male Trikots gewaschen, bei jedem Spiel mit Leidenschaft und Eifer angefeuert haben und zusammen mit den Trainerinnen nach Niederlagen Tränen trockneten und aufmunternde Worte spendeten.

Ein riesiger Dank geht von den Mädchen an die Trainerinnen, die in den Jahren eine tolle Mannschaft geformt hätten und sie auch aufgefangen haben, wenn es mal gar nicht laufen wollte. Lob gibt es auch für den BSV Grün-Weiß Finsterwalde, der den Mädchen die Möglichkeit gab, dem Handballsport nachzugehen und sich in einem Mannschaftssport zu betätigen. Als Mädchenmannschaft in einem traditionell männlich geprägten Handballverein sei dies nicht selbstverständlich.

Nun hoffen die Handballerinen, dass sie in Germania Massen einen neuen Verein finden, in dem Mädchen- und Frauenhandball in der Region eine Zukunft hat. "Wir hoffen", so schreiben sie, "dass es in der Zukunft auch etwas aus unserem Handballvereinsleben aus Massen zu berichten geben wird."