Die Bäume im Muskauer Park sehen derzeit aus, als seien sie in den bunten Farbeimer gefallen. Das Herbstlaub ist eine Pracht. Die Besucher strömen in diesen goldigen Herbsttagen in den Park. Allein zur gestrigen dendrologischen Führung machen sich rund 40 Personen auf. Doch dieses Interesse ist nicht nur auf den Herbst beschränkt. "Was den Gästezuspruch betrifft, sind wir sehr guter Dinge", sagt Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park, am Freitag gegenüber der Presse. Schon beim Stiftungsrat konnte er mit guten Zahlen aufwarten. 62 500 zahlende Gäste waren in den Ausstellungen, bei Festen und nahmen an Führungen teil. Für den Park insgesamt bedeutet das rund 320 000 Besucher, das sind rund 70 000 mehr als vor fünf, sechs Jahren. "Für uns bedeutet das ein Rekordeinnahme-Jahr", freut sich Cord Panning. "Mein Dank geht an die Mannschaft, die mehr macht als Dienst nach Vorschrift", so Hansjörg König, Stiftungsratsvorsitzender.

Dass die Gästezahl steigt, ist nicht nur Wahrnehmung der Stiftung selbst, sondern auch der Partner, wie dem Kulturhotel Fürst-Pückler-Park oder dem Betreiber des Schlosscafés. "Ich wollte selbst einmal den Versuch machen, dort Kaffee zu trinken, aber es war kein Platz zu bekommen", schildert Hansjörg König sein Erlebnis vom Sommer. Da habe er eben dann die Gelegenheit genutzt und habe sich per Kutsche durch den polnischen Parkteil fahren lassen.

Apropos Polen. Dort konnte der Muskauer Park/Park Muzakowski im Rahmen des Besuches von Ministerpräsident Stanislaw Tillich punkten. Cord Panning, der selbst mit am 2. und 3.Oktober in Warschau weilte, sei nicht nur über die Präsentation des Muskauer Parks sehr angetan gewesen, sondern auch die Äußerungen der polnischen Vertreter. "Es gab ein ausdrückliches Bekenntnis der polnischen Zentralregierung zum Muskauer Park. Außerdem hieß es dort, dass sie ihr Engagement verstärken wollen", so Panning. Angeregt wurde von polnischer Seite auch, Muskau zu einem Anlaufpunkt für deutsch-polnische Kulturlandschaften zu machen. Mit Blick auf die institutionelle Zusammenarbeit haben die Polen eingeschätzt, dass man auf einem guten Weg sei und diesen Stand auch beibehalten wolle. Die Parkanlage in Branitz könne aber bei der Werbung eine Rolle spielen, um Pückler in Polen noch bekannter zu machen.

In diesem Zusammenhang sah Hansjörg König die Tagung aller Marschälle der Republik Polen im Muskauer Park als "Wertschätzung und bedeutungsvoll" an. "Ich habe in meinem Grußwort gesagt, dass sich Muskau auch künftig als Gastgeberstandort anbieten würde", so König.

Noch dazu wo sich spätestens im nächsten Herbst noch bessere Möglichkeiten im Neuen Schloss bieten. Denn mit den Bauarbeiten im Festsaal tritt die Schlossbaustelle sozusagen in ihren Endspurt ein. Wie Anita Jacob, Gruppenleiterin beim Staatsbetriebes Immobilien- und Baumanagement Dresden, Niederlassung Bautzen, erklären kann, steht der Verbinder zwischen Schloss und Saal im Rohbau. Im Saal selbst laufen die Dämmarbeiten. "Die Monteure legen die Heizschlangen aus", so Anita Jacob. Im Innenraum gebe es jede Menge zu tun, so zum Beispiel an der Akustik, und das ganze Bauprogramm werde bis ins nächste Jahr hinein fortdauern.

Bei der nächsten Stiftungsratssitzung im März werde dann der genaue Termin der Saalübergabe feststehen. "Wir sollten ihn auf alle Fälle mit unserem Jubiläum 20 Jahre Stiftung in Verbindung bringen", so Panning.