Die Freunde von Schloss und Park Brody können aufatmen. "Die Sanierung des Schlossdaches wurde nun angefangen", berichtet Sven Zuber, Verwaltungsvorstand der Stadt Forst. Am Palais im früheren Pförten, rund 15 Kilometer nordöstlich von Forst, haben Bauarbeiter vergangene Woche mit der Aufstellung eines Gerüstes für das alte Bauwerk begonnen.

Kosten von sieben Millionen Euro

Mit den Arbeiten am Schloss soll es nun zügig vorangehen, sagt Eigentümer Maciej Jusiel von der Firma Gorem. "Wir sind bereits seit vier Jahren Eigentümer und haben in dieser Zeit ständig Anträge geschrieben", erklärt Jusiel. Nun hat es endlich geklappt. Mit Unterstützung des polnischen Kulturministeriums will die Firma, die Restaurant und Gästezimmer im Schlossvorwerk betreibt und mit der Stiftung "Freunde des Brühl-Schlosses" zusammenarbeitet, das Dach neu eindecken. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten dazu abgeschlossen sein. Je nachdem, wie schnell die Bauarbeiter vorankommen, ist danach, in diesem oder im kommenden Jahr, die Fassade dran. "Wir fangen von oben an und arbeiten uns nach unten durch, damit es uns nicht hereinregnet", erklärt Maciej Jusiel. Gleichzeitig werde aber auch in den Kellerräumen und im Inneren des Schlosses bereits aufgeräumt und die Innensanierung vorbereitet. Gut dreieinhalb Jahre, schätzt Jusiel, werde es dauern, bis das Schloss wieder aufgebaut ist. Geschätzte 30 Millionen Zloty (knapp sieben Millionen Euro) wird es kosten. Zwei Millionen Zloty (rund 460 000 Euro) davon sollen bereits bis Ende dieses Jahres verbaut werden - in enger Abstimmung mit der Denkmalpflegebehörde der Wojewodschaft, wie Jusiel betont. In der früheren Brühl´schen Residenz sollen dann ein Hotel und ein Museum eingerichtet werden.

Viele Lausitzer machen sich seit Jahren stark für das Gelände. Der Schlosspark Brody ist Teil des Europäischen Parkverbunds Lausitz, zudem auch der Rosengarten in Forst, der Park Muskau und der Park Branitz in Cottbus gehören. Anlässlich des 250. Todestages des Grafen wurde 2013 zum Brühl-Jahr erklärt. Derzeit wird in Forst das Grab des früheren sächsischen Premierministers und Intimfeindes von Friedrich des Großen in der Nikolaikirche auf Vordermann gebracht. In der Region erhofft man sich dadurch, mehr Touristen aufmerksam machen zu können.

Leidvolle Geschichte des Hauses

Um 1740 war das Schloss in den Besitz des Grafen Brühl übergegangen. Friedrich der Große ließ es von seinen Truppen im Siebenjährigen Krieg erstmals zerstören. Auch im Zweiten Weltkrieg trug das Schloss schwere Schäden davon. Nach 1990 wurde das Gelände zunächst verkauft, verfiel jedoch zunehmend. Nach einem erneuten Verkauf 1997 wurden zunächst nur das Kavalierhaus und die ehemalige gräfliche Kapelle wiederhergerichtet. Das eigentliche Schlossgebäude ist jedoch weiterhin eine Ruine.

Jedes Jahr finden sogenannte Parkseminare statt, bei denen der Park des Schlosses Brody von Unrat befreit und gepflegt werden sollen. Das nächste Parkseminar soll vom 25. bis 26. Oktober abgehalten werden.