Der seit Tagen unter massivem innenpolitischen Druck stehende griechische Regierungschef Kostas Karamanlis versprach angesichts der Katastrophe eine tiefgehende Reform des Staates. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte dem Land Hilfe zu.
Die Brände hatten gravierende Mängel im Zivilschutz und bei der Effizienz der Behörden aufgezeigt. Trotz der Vorhersehbarkeit der Feuer nach monatelanger Trockenheit und drei Hitzewellen sagte Karamanlis, der Staat habe "sein Bestes getan, um dieser nie da gewesenen Situation zu begegnen".
Die Zahl der Todesopfer durch die Feuer stieg gestern auf 64 an, als ein Mensch in einem Krankenhaus seinen schweren Brandverletzungen erlag. Vorläufigen Angaben zufolge verbrannten etwa 200 000 Hektar Land, mehr als 2000 Häuser wurden zerstört oder beschädigt.
Barroso erklärte am Samstag, die Europäische Kommission werde "alles uns Mögliche tun, um Griechenland zu unterstützen". Der Kommissionspräsident war am Freitagabend in Griechenland eingetroffen, um das Land der "Solidarität" der EU-Partner zu versichern. Regionalkommissarin Danuta Hübner hatte bereits zugesagt, die EU könne bis zu 600 Millionen Euro für Hilfen freigeben. 200 Millionen Euro davon könnten aus einem Fonds zur schnellen Katastrophenhilfe kommen. Die EU-Umweltminister erörterten am Samstag in Lissabon den Vorschlag Italiens zur Einrichtung eines europäischen Katastrophenschutzzentrums. (dpa/rb)