Was in Städten wie Berlin oder Potsdam bereits zum Alltag gehört, ist im Landkreis Elbe-Elster nur eingeschränkt möglich: Der terrestrische DVB-T Empfang. DVB-T (Digital Video Broadcasting - Terrestrial) meint das digitale Antennenfernsehen und ersetzte in Deutschland den analogen Empfang des Fernsehens seit 2002. Die Einführung des digitalen Fernsehempfangs wurde zunächst in Berlin und Brandenburg begonnen, dann in ganz Deutschland 2008 abgeschlossen.

Zimmerantenne nützt nichts

Obwohl Berlin und Brandburg zu den ersten Bundesländern gehörten, bei denen der digitale Empfang eingeführt wurde, können Brandenburger lediglich im "Speckgürtel" von Berlin und im Zentrum der Metropole bequem über eine Zimmerantenne das Fernsehprogramm nutzen. In der Lausitz und vor allem im Landkreis Elbe-Elster wird dafür ein erhöhter finanzieller und technischer Aufwand nötig. "Der bevorzugte Weg für uns als Drittes Programm der ARD ist der Satelliten- bzw. Kabelempfang", erklärt Heiko Nehse vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). In Elbe-Elster müsse der Empfang über eine Antenne im Dach oder über eine Außenantenne realisiert werden. Heiko Nehse rät, den Empfang des Fernsehprogramms entweder über Kabel oder Satellit zu bewerkstelligen und nicht über Funk. "Uns ist klar, dass Spiegel in Wohnblöcken schwierig zu montieren sind, aber ob man nun eine Antenne oder einen Spiegel am eigenen Haus montiert, spielt wohl keine Rolle", so Nehse.

Private setzen auf Ballungsräume

Ohnehin darf die Anzahl der zu empfangenden Sender über die DVB-T Antenne im Süden Brandenburgs als dürftig bezeichnet werden. Lediglich elf Sender stehen zur Auswahl, die alle zu den Öffentlich-Rechtlichen zählen. "Wir bieten unser Programm auf so vielen Empfangswegen an, wie technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll sind. Dabei ist die terrestrische Ausstrahlung nach wie vor die mit Abstand teuerste Verbreitungsform", erklärt Heiko Nehse. Private Rundfunksender wie RTL oder Pro7 würden beim Antennenempfang in den ländlichen Regionen Brandenburgs ohnehin nicht zu bekommen sein. "Wir setzen auf Ballungsräume beim DVB-T Funk", erklärt die Sprecherin der Pro7 Media AG Jasmin Mittenzwei.

Ein Sprecher der Mediengruppe RTL Deutschland erklärt: "Die Mediengruppe RTL verbreitet ihre Programme über DVB-T derzeit in Ballungsräumen, wo viele Haushalte gleichzeitig erreicht werden können." In Berlin könne das Programm der RTL-Gruppe bis Ende 2014 noch empfangen werden. "Die Verträge über die Sendefrequenz laufen dann aus und wir werden diese nicht erneut verlängern", erläutert der Sprecher. DVB-T könne die Ausstrahlung der Sender nicht in der von vielen Zuschauern gewünschte HDTV (Highdefinition Television) Qualität unterstützen und so "ist diese Technologie unserer Meinung nach auch nicht zukunftsfähig."

Funkempfang kaum verbessert

Trotz der Umstellung auf digital habe sich die Situation im Vergleich zur analogen Empfangsform in ländlichen Gebieten nichts verbessert, so Heiko Nehse. Ein Ausbau des DVB-T Netzes sei derzeit nicht in Planung. Die Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg, welche die Sendefrequenzen ausschreibt, setzt auf andere Technologien: "Wir setzen zukünftig auf das IP-TV (Fernsehen über das Internet). Dazu haben wir gegenwärtig ein Projekt mit öffentlich zugänglichem Internet-Funknetz in Potsdam laufen", erklärt Anneke Plaß von der Landesmedienanstalt. Das Pilotprojekt sei derzeit jedoch noch nicht so ausgereift, dass es auch in anderen Teilen des Landes umgesetzt wird.

So bleiben den Fernsehzuschauern in Elbe-Elster, die seit 1. Januar 2013 pro Wohneinheit die Rundfunkgebühr von 17,98 Euro zu entrichten haben, für ihren Fernsehempfang drei Möglichkeiten: Entweder über Satellit mit einem Spiegel am Haus, einer Außenantenne via DVB-T mit elf öffentlich-rechtlichen Sendern - beide Möglichkeiten ziehen außer dem Rundfunkbeitrag keine Gebühren nach sich - oder über Kabel bei Kabelgesellschaften wie Kabeldeutschland, bei denen eine Grundgebühr für die Nutzung anfällt.