Es werde alles daran gesetzt, das schreckliche Verbrechen aufzuklären, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft, Andreas Behm. Gegen die jungen Männer wird wegen Mordes ermittelt.

Die Polizei fahndet nach sieben Verdächtigen. Innensenator Frank Henkel (CDU) appellierte an die Täter, sich nicht "feige" zu verstecken, sondern sich zu stellen.

Die Gewalttäter sollen in der Nacht zum Sonntag einen 20-Jährigen in der Nähe des Roten Rathauses mit Fußtritten gegen den Kopf schwer misshandelt haben. Das Prügelopfer starb am Montag - laut Staatsanwaltschaft an Blutungen im Gehirn. Die Polizei appellierte an die Öffentlichkeit, sich mit Hinweisen zu melden. Die brutale Attacke hat eine neue Debatte über die nicht abreißende Gewalt in der Bundeshauptstadt ausgelöst. Zum Gedenken an den jungen Berliner wurden auch am Dienstag Blumen niedergelegt.

Das spätere Opfer hatte mit Freunden einen Geburtstag in einem Club am Fernsehturm gefeiert. Die vier mussten den Laden aber wegen ihres Alkoholpegels verlassen. Da ein betrunkener 25-Jähriger kaum noch gehen konnte, nahm ihn einer der Bekannten Huckepack und trug ihn vor ein geschlossenes Lokal in der Nähe des Cancun.

Dort wollten seine Freunde ein Taxi rufen. Als ihm der 20-Jährige einen Stuhl geben wollte, riss ein ihm Unbekannter diesen weg. Auf die Frage des Begleiters, was dies solle, schlug ihn der Fremde brutal nieder. Sechs weitere Schläger kamen hinzu und prügelten und traten auf den Kopf des 20-Jährigen ein.

Am Dienstag lag am Tatort nahe vom Roten Rathaus auch ein Brief der Familie von Giuseppe M., der vor einem Jahr auf der Flucht vor Schlägern in ein Auto rannte und starb: "Wir wissen, wie es ist, mit so einer Tragödie fertig werden zu müssen."