Mit großen Erwartungen waren mehr als 60 Land-, Forst- und Teichwirte am Mittwochabend in den Steinsaal nach Krayne gekommen. Dort, so hofften sie, würden sie endlich klare Antworten auf ihre Dutzenden Fragen bekommen, auf die sie seit Monaten warten. Schließlich waren bei der Bürgerversammlung zwei Mitarbeiter des Landesumweltamtes zugegen. Doch die blieben viele Antworten schuldig.

,,Mir sind das alles zu viele Könnte, Wäre, Wenn und Aber", reagierte Frank Buder, Ortsvorsteher von Groß Drewitz, auf die vorherigen Ausführungen der Landesumweltamt-Mitarbeiter. Die hatten mithilfe einer Präsentation versucht, die Einwände der Bürger zu entkräften. Das gelang ihnen aber nur teilweise.

So wurden zum Beispiel die Grenzen des künftigen Naturschutzgebiets entgegen den ursprünglichen Planungen verkleinert, Ackerflächen wieder herausgenommen. Zudem könne das Gebiet auch weiterhin durch sie genutzt werden - es sei sogar erwünscht, sagte Steffen Butzeck vom Landesumweltamt.

Doch diese Antwort genügte den betroffenen Einwohnern aus Grano, Groß Drewitz, Krayne, Lübbinchen und Schenkendöbern aber nicht. Die hatten mehr als 80 Einwände gegen die vom Landesumweltamt vorgelegten Pläne eingereicht (die RUNDSCHAU berichtete) und bis zum Mittwochabend keine Antworten erhalten. Der Mehrheit der Bürger befürchtet nun, dass das am Ende alles gar nichts nutzt. ,,Es wird ja doch über unsere Köpfe hinweg entschieden", sagte ein Landwirt stellvertretend für so viele im Steinsaal.

Ein großer Streitpunkt in der Diskussion bleibt die Fischerei in dem Gebiet. Zum wiederholten Male bekräftigte der Peitzer Teichgutchef Gerd Michaelis seinen Standpunkt: ,,Wenn das Naturschutzgebiet kommt, werde ich dagegen klagen." Unter diesen Voraussetzungen sei eine ordentliche Fischerei jedenfalls nicht mehr möglich.

Doch die Fronten sind verhärtet, das Landesumweltamt sieht in dem Punkt keinen Spielraum. Die Teiche seien kein optimaler fischereilicher Standort, erwiderte Ralf Zech von der Landesbehörde. ,,Das wissen sie genau so gut wie ich. Bei aller Abwägung müssten Ihre Belange in dem Fall zurückgestellt werden."

Das gilt auch für den Biber. Der hat sich in der Vergangenheit in dem Gebiet stark ausgebreitet. Dessen Dämme sorgen oft für überflutete Wiesen und Ackerflächen und sind so ein ernsthaftes Problem für die Landwirtschaft. ,,Wenn nun das Naturschutzgebiet kommt, ist er noch mehr geschützt. Wir haben dann noch weniger Möglichkeiten, dessen Ausbreitung zu verhindern", äußerte Granos Ortsvorsteher Dieter Robel seine Bedenken.

Der Biber sei ein europaweit seltenes Tier und unter Artenschutz gestellt, antwortete Butzeck. Das habe mit dem Naturschutzgebiet nichts zu tun. Zwar wisse er, dass das Tier auch zum Teil große Schäden an Bäumen anrichten kann und das für die betroffenen Forstwirte nicht schön ist. ,,Allerdings werden weder ich noch Herr Zech den Biber für den Abschuss freigeben." Diese Klarheit hätten sich die Einwohner auch für ihre zahlreichen Einwände erhofft. Da dass aber nicht der Fall gewesen ist, wollen die Vertreter der Gemeinde Schenkendöbern in ihrer nächsten Sitzung ein Fazit der Versammlung ziehen und das weitere Vorgehen besprechen.