Riesiger "Blutmond" am Himmel: Eine totale Mondfinsternis kann in der Nacht zum Montag in Deutschland und vielen anderen Ländern beobachtet werden. Der Erdtrabant zeigt sich dann auch als Super-Mond, da er am 28. September unserem Planeten besonders nahe ist und entsprechend groß wirkt. Und er präsentiert sich zudem noch als "Blutmond": Der rote Schimmer rührt von langwelligem Licht, das von der Erdatmosphäre in den Schattenkegel gestreut wird. Das Wetter dürfte recht gut werden.

Wer den Höhepunkt des mehrere Stunden dauernden Schattenspiels nur mal kurz bestaunen will, "sollte am besten den Wecker auf halb fünf stellen", sagte Alexander Weis von der Vereinigung der Sternfreunde, die ihren Sitz im südhessischen Heppenheim hat. Von 4.11 bis 5.24 Uhr befindet sich der Mond vollständig im Kernschatten: Die Finsternis ist total. Die Mitte ist somit um 4.47 Uhr.

Die Spannung steigt schon um 3.07 Uhr, wenn der Mond in den Kernschatten der Erde eintritt. "Das werden Sie sehen: Da ist was los", sagte Weis. Auch das Verlassen des Kernschattens um 6.27 Uhr sei noch gut erkennbar.

Viel Aufwand zum Beobachten des Spektakels ist nicht erforderlich: Einfach Richtung Südwesten gucken, ein Blick aus dem Fenster kann ausreichen. Wer möchte, kann zum Fernglas greifen und gleich die schwachen Sterne sehen, an denen der Mond vorbeizieht.

Der Mond werde nicht durch die Mitte des Erdschattens ziehen, sagte Michael Khan vom Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation (Esoc), "sondern nur knapp unter" dieser Linie. Beobachtet werden könnte die Mondfinsternis in Deutschland - vom Wetter abgesehen - überall gleich gut. Künstliches Licht dürfte aber stören. "Nicht unter die Straßenlaterne stellen", riet Björn Voss, Leiter des Planetariums im LWL-Museum für Naturkunde in Münster. In weiten Landesteilen Deutschlands dürfte das Wetter mitspielen - etwas schlechter sind die Aussichten nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes allerdings für die Küste, Norddeutschland, das Erzgebirge und den Alpenrand. "Sonst sollte es doch vielfach gering bewölkt sein", sagte Meteorologe Sebastian Schappert am Freitag.

Eine totale Mondfinsternis entsteht, wenn Sonne, Erde und Mond in einer Reihe liegen, die Erde das Licht der Sonne also abhält und der Mond sich im Schatten der Erde befindet. Wer das Ereignis verschläft, muss sich gedulden: Die nächste totale Mondfinsternis wird erst wieder in drei Jahren zu beobachten sein.