Das Rentnerehepaar Eva und Manfred Gebhardt blickt auf zwei ereignisreiche Sommer zurück: 2018 kamen die Maikäfer, ein Jahr später ihre Larven.

Händevoll Maikäfer habe man sammeln können, so Eva Gebhardt. Sie habe damals schon ein schlechtes Gefühl gehabt. Ein Jahr später sieht sie sich bestätigt: Der gesamte Garten ist von Engerlingen befallen.

Die etwa fünf Zentimeter großen Käferlarven leben knapp unter der Oberfläche und ernähren sich von Pflanzenwurzeln. Zwei- bis dreimal haben die Gebhardts ihren Garten umgegraben, um ihn von den Engerlingen zu befreien.

Geholfen hat es wenig. Ebenso die im Gartenfachgeschäft bestellten Nematoden, die eigentlich die Larven abtöten sollen. Die Gebhardts betreiben ihren Garten seit 1978. An eine ähnliche Plage können sie sich nicht erinnern.

Dabei sind die Engerlinge nicht wählerisch bei der Nahrungssuche: Himbeeren, Sonnenhüte und der Hartriegel der Gebhardts sind durch den Wurzelfraß eingegangen, genauso wie 20 Erdbeerpflanzen. „Der Rasen besteht nur noch aus Unkraut und Löchern“, sagt Eva Gebhardt. Die Dahlien seien gar nicht erst gewachsen. Die Engerlinge haben die Wurzelknollen aufgefressen.

Nachts haben sich größere Tiere auf die Suche nach den Engerlingen gemacht und dabei Löcher in den Garten gegraben. Selbst das habe die Plage nicht stoppen können

Die Gebhardts sind nicht die einzigen Geschädigten: Bei den Nachbarn sind Brombeeren und Kartoffeln betroffen. Insgesamt wurde die Engerling-Plage auch in den Gartenkolonien am Klinikum, an der Neiße und beim Naturheilverein beobachtet. Nur in der Südstadt, habe es keine Engerlinge gegeben. Hier sei der Boden sandiger.

Dazu passt, was Henrik Schuhr, Sachgebietsleiter bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Spree-Neiße sagt: „Engerlinge suchen sich feuchte, gut bearbeitete Böden.“ Gerade durch die heißen Sommer in den vergangenen beiden Jahren seien diese Flächen in der Stadt Forst sehr rar geworden. Deshalb, so Schuhr, sei oft eine Konzentration an bestimmten Standorten zu beobachten.

Es bleibt zu befürchten, dass die Engerling-Plage noch nicht vorbei ist. Üblicherweise verbleiben die Larven zwei bis drei Jahre im Boden, bevor sie sich verpuppen und zu Käfern werden.