Mit je 100 Tonnen Salz sind die Silos der Kreisstraßenmeisterei an ihren Stützpunkten in Elsterwerda und Herzberg aufgefüllt, in einer Halle in Finsterwalde sind mehr als 300 Tonnen vorrätig. "Die Lieferungen sind schon im Juli und August erfolgt", erzählt Reinhard Klaue, Werkleiter der Kreisstraßenmeister des Landkreises Elbe-Elster. Weil er im kommenden Jahr in den Ruhestand geht, hat der bevorstehende Winter für ihn etwas Besonderes - es ist sein letzter, in dem er als Chef "vons Jaanze" im ständigen Konflikt zwischen Wünschenswertem und Machbarem so manchen Konflikt bewältigen, manchen empörten Bürger beruhigen muss. Das wird in diesem Jahr wie in den 23 Jahren zuvor noch mal zu einer besonderen Herausforderung - diesmal wegen des Abschieds durchaus mit einem weinenden Auge. Obwohl laut brandenburgischem Straßengesetz die Reinigungspflicht und damit auch der Winterdienst für die Straßen in den Ortslagen bei den Städten und Gemeinden liegt, hat es sich in Elbe-Elster weitestgehend so durchgesetzt, dass die Straßen auch innerorts vom jeweiligen Baulastträger betreut werden. Dafür wurden kommunalrechtliche Vereinbarungen abgeschlossen. "Es macht doch wenig Sinn, wenn wir die Straße bis zur Ortsgrenze räumen und im Ort beauftragt die Kommune einen anderen", erklärt Reinhard Klaue. Da sich zwei Dienstleister in ihren Arbeitsabläufen kaum hundertprozentig abstimmen könnten, würde es auf ein und derselben Kreisstraße zu Lücken beim Beräumen kommen, die für den Bürger kaum zu verstehen seien. Auch wenn sich in der Erinnerung an DDR-Zeiten so mancher Bürger auch heute noch im Winter stets eine Fahrt auf schwarzem Asphalt wünsche, so sei das nicht zu gewährleisten. "Früher hat keiner nach den Kosten gefragt. Heute haben die Baulastträger den Winterdienst im Rahmen ihrer Möglichkeiten, nach besten Kräften und bestem Gewissen zu gewährleisten", erklärt Reinhard Klaue. Jeder Verkehrsteilnehmer habe sich in der Winterperiode zuallererst auf die veränderten Bedingungen einzustellen und vor allem mehr Zeit für die Wege einzuplanen.

Dass es wie im vorigen Winter zu großen Engpässen beim Streusalz gekommen sei, habe er noch nie zuvor erlebt. "Da war in ganz Deutschland gleichzeitig richtig Winter, da haben die Kapazitäten der Lieferanten nicht ausgereicht", erinnert sich Reinhard Klaue gut. Doch daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, sich generell für einen solchen Extremfall zu bevorraten, lehnt er ab. "Wenn das Salz nicht gebraucht wird, liegt da totes Kapital, das uns im Sommer bei den Reparaturen von Schäden an den Straßen fehlt", erklärt er. Außerdem müsste in zusätzliche Lagerkapazitäten investiert werden, was auch nicht zu vertreten sei. Im Normalfall, wie er in der Vergangenheit überwiegend anzutreffen gewesen sei, würden innerhalb von zwei Tagen Nachlieferungen von Salz erfolgen.

In extremen Wintersituationen werden die 16 Straßenwärter der Kreisstraßenmeisterei noch von den zwei Schlossern des Betriebes im 2-Schicht-System unterstützt. Je zwei Winterdienstfahrzeuge, ausgerüstet mit Räum- und Streutechnik, sind an jedem der drei Standorte im Elbe-Elster-Kreis stationiert.

Vom zentralen Wetterdienst in Potsdam mit detaillierten Prognosen zur kurz- und langfristigen Wetterentwicklung ausgestattet, sind die Kollegen der Kreisstraßenmeisterei auf eine flexible Arbeitszeit eingerichtet. Im Winter kann hier langfristig keiner einen Urlaub planen. "Das geht höchstens mal von heute auf morgen, wenn es mild ist und die Prognose nichts anderes voraussagt", schränkt der Werkleiter ein.

Wenn Ende Oktober die technische Überprüfung der Winterdiensttechnik über die Bühne gegangen ist, die Streugeräte auf ihre exakte Funktionsweise getestet und bei Bedarf neu justiert sind - dann kann auch in Elbe-Elster der Schnee wieder vom Himmel fallen. "Ersatzinvestitionen in die Technik erfolgen permanent. Im vorigen Jahr sind zwei neue Streuer gekauft worden", so Reinhard Klaue.

Mit dem Blick auf das Straßennetz und die durch die Witterungseinflüsse des zurückliegenden Winters hervorgerufenen Schäden sagt der Werkleiter: "Das Gros der Löcher ist geschlossen. Wir kontrollieren regelmäßig." Jedoch handele es sich bei den Schäden immer um eine Kombination von Langzeitschäden, die durch Wintereinflüsse verschärft werden. "Gefährliche Löcher werden sofort geschlossen, wenn sie uns bekannt werden", versichert der Werkleiter. 140 000 Euro flossenbisher in diesem Jahr in die Ausbesserung der Kreisstraßen.

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Zum ThemaDie Kreisstraßenmeisterei Elbe-Elster betreut auf insgesamt 58 Kreisstraßen mit einer Streckenlänge von 242 Kilometern insgesamt 220 Kilometer im Winterdienst. Für die Differenz von 22 Kilometern wird in Eigenregie der jeweiligen Kommune und Vereinbarungen mit Partnern Sorge getragen, auf dem fünf Kilometer langen Sandweg zwischen Elsterwerda und Merzdorf entfällt die kontinuierliche Schneeberäumung wegen zu hoher Kosten.Der Winterdienst erfolgt ausgehend von den Stützpunkten der Straßenmeisterei, die sich in Herzberg, Finsterwalde und Elsterwerda befinden und die mit je zwei Winterdienstfahrzeugen und dazugehöriger Räum- und Streutechnik ausgestattet sind.