Nach seinen Worten ist er der dienstälteste in Lübbenau und Umgebung.

Irgendwie ist es schön und rührend zugleich, einen Erwachsenen zu erleben, der noch an den Weihnachtsmann glaubt. Für Matthias Kühne ist es ein Stück seines Glaubens an sich selbst – denn er ist der Weihnachtsmann. Gut 40 Jahre ist er jetzt als Knecht Ruprecht unterwegs. Der 64-Jährige ist gut beleibt – „ein Weihnachtsmann darf kein Hänfling sein“ -, den Rest macht das Kostüm. „Ein bisschen halte ich die Illusion aufrecht, dass es den Weihnachtsmann tatsächlich gibt.“ Das gelingt meist dann, wenn die pfiffigen Kleinen am Heiligabend merken, dass der Vater ja doch zu Hause ist. Wer aber ist dann der Mann im roten Mantel, den Stiefeln, dem weißen Bart? „Es ist für mich der große Spaß, die Knirpse zu überraschen“, sagt Kühne. Dabei will er gar nicht wie andere mit einer Weihnachtsmann-Maske herumlaufen. Er will den Weihnachtsmann verkörpern. „In Jeans und Halbschuhen unterm Mantel? Das geht gegen meine Ehre“, sagt Kühne.

Bei allem Spaß hat sich für Kühne jedoch eine Illusion mit den Jahren erledigt. Die Angst und der Respekt vor dem Rauschebart erledigen sich relativ schnell: „Sie versprechen mir das Helle vom Himmel. Aber sobald die Geschenke ausgepackt sind, ist alles vergessen.“

Kinder sind Kühnes beste Kunden, ob zu Hause oder auf den Märkten in der Region. Aber auch auf die Eigenheiten seiner Auftraggeber muss sich der Weihnachtsmann aus Lübbenau einstellen. „Bei einem Fleischhersteller durfte ich nur Wurst verteilen.“

Ein andermal hatte er plötzlich drei Familien vor sich sitzen, obwohl nur eine ihn gebucht hatte. „So etwas bringt den Zeitplan durcheinander. Ich muss mich mit den Kindern beschäftigen können.“ Denn es gibt auch Augenblicke, wo das spürbar wichtig ist. Da saß eine Familie vor ihm: der Vater betrunken, die Mutter ignorant – auch das ist eine „frohe“ Weihnacht. Der Job kann zudem auf andere Art zur Last werden. „Einmal musste ich beladen mit zwei Sack Geschenken und einem Minifahrrad in den vierten Stock. Und dann sollte ich die Stiefel ausziehen, wegen der neuen Auslegware.“ Mal haben Kinder die Rute geklaut, und in Lübben einst haben die „lieben“ Kleinen die Pferde der Weihnachtskutsche derart gepiesackt, dass sie durchgingen.

Kühne schmunzelt heute darüber. Denn die schönen Momente überwiegen. Bei den Familien im Spreewald, und in den Erinnerungen. Vor vier Jahren war Matthias Kühne bei der Berlin-Brandenburgischen Meisterschaft der Weihnachtsmänner. Die Disziplinen: Kugelstoßen mit Glaskugeln in Heukörbe, Pakete durch Schornsteine schießen, Slalomfahrt mit dem Schlitten und Stiefelstoßen. Er hat eine Urkunde bekommen für erfolgreiche Teilnahme.

Ist man als Weihnachtsmann wunschlos glücklich? Kühne muss nicht lange überlegen. Er unterteilt seine Wünsche in den größten und den allergrößten. Er würde gern mal mit dem Weihnachtsmann aus Himmelpfort sprechen. Wichtiger aber ist ihm, dass man etwas gegen den Hunger von Kindern in der Welt tut. „Wenn man sieht, wie viel Essbares weggeworfen wird. Nee. Traurig, aber wahr. Man sagt nur, oh Gott oh Gott.“

Kontakt und nähere Informationen zur Buchung zu Weihnachtsmann Matthias Kühne aus Lübbenau: Telefon 0173 5875997.