Die Pikrinsäure, die bereits in mehreren Schulen in Deutschland gefunden wurde, sorgt seit Monaten für Aufregung. Und das nicht ohne Grund: Die Substanz, die im Chemieunterricht für Farbstoff- und Nachweisreaktionen benötigt wird, ist laut Schulleiter Karl-Ulrich Hennicke eine Art Zeitbombe. Im flüssigen Zustand giftig, aber ansonsten ungefährlich, verwandele sich Pikrinsäure, wenn sie unsachgemäß gelagert wird und zu Kristallen trocknet, zu einem hochexplosiven Stoff. Ausgetrocknete Pikrinsäure werde zu einem Sprengstoff, schlimmer noch als TNT. „Schon Reibung, Erwärmung oder ein Schlag reichen aus, um die Säurekristalle hochgehen zu lassen. Angetrocknete Reste am Flaschenverschluss reichen für eine Detonation aus“ , warnt das Staatliche Schulamt Cottbus in einem Schreiben, das zum Schuljahresbeginn an alle Schulen ging. (Eig. Ber./-db-)