"Wer jetzt nachrüstet, tut viel für die Umwelt", erklärt Gerd Lottsiepen. So verringern die Filter krebserregende Rußpartikel im Dieselabgas und tragen zur Reduzierung der Feinstaubbelastung bei. Das vom Bundesrat beschlossene Bund-Länder-Konzept sieht einen Steuernachlass von 330 Euro für den nachträglichen Filtereinbau rückwirkend zum 1. Januar 2006 vor. Er gilt bis zum Ende des Jahres 2009. Wer auf den Filter verzichtet, muss vom 1. April an vier Jahre lang einen Aufschlag auf die Kfz-Steuer von 1,20 Euro je 100 Kubikzentimeter Hubraum zahlen.

Bessere Umweltplakette
Ein weiterer Vorteil der Nachrüstung ergibt sich laut Lottsiepen im Hinblick auf die Umweltzonen. Um die Feinstaubbelastung zu verringern, dürfen die Kommunen bestimmte Regionen für Fahrzeuge mit schlechten Abgaseigenschaften sperren. Kenntlich gemacht werden die Autos mit roten, gelben und grünen Umweltplaketten, wobei die rote für die schlechtesten Werte steht.
"Wenn Sie die Förderung bekommen, kriegen Sie auch eine bessere Plakette", erklärt Lottsiepen. Ein alter Euro-2-Diesel mit roter Umweltplakette könnte durch den nachträglichen Filtereinbau eine Stufe hochrutschen und eine gelbe Plakette erhalten. Das ist für Dieselbesitzer vor allem deshalb interessant, weil die Kommunen nach Einschätzung Lottsiepens in Zukunft die Bedingungen für die Einfahrt in ihre Umweltzonen verschärfen werden. "Irgendwann werden nur noch Fahrzeuge mit gelber Plakette hinein dürfen", sagt der VCD-Sprecher. Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in Berlin rechnet mit "deutlicher Verschärfung der Fahrverbote für Dieselstinker in Ballungsgebieten".
Voraussetzung für den Erhalt der besseren Umweltplakette ist, dass das Fahrzeug nach der Umrüstung die vorgesehenen Grenzwerte für den Partikelausstoß erfüllt. So muss der Filter die Partikel nach Angaben der DUH um mindestens 30 Prozent verringern. Zweites Kriterium ist der Partikelausstoß in Milligramm pro Kilometer, der für jede Stufe gesondert vorgeschrieben ist.
Wer sich für die Filternachrüstung interessiert, sollte sich laut Gerd Lottsiepen in einer Werkstatt erkundigen, ob für seinen Wagen eine Nachrüstung überhaupt in Betracht kommt, und ob der Filterhersteller eine Bescheinigung über die Erfüllung der Voraussetzung für die steuerliche Förderung liefern kann.
Filterhersteller wie HJS in Menden oder Twintec in Königswinter bieten derzeit für rund 500 Automodelle spezielle Nachrüstlösungen an. Sie haben Filter für die Volumenmodelle im Programm, die die Euro-3- oder Euro-4-Abgasnorm erfüllen. Auch für Euro-2-Diesel sind Rußpartikelfilter in Vorbereitung.
Nach der Umrüstung müssen Fahrzeugbesitzer mit der Herstellerbescheinigung, der Werkstattrechnung und ihren Fahrzeugpapieren zur Kfz-Zulassungsstelle gehen, um den Nachrüstfilter eintragen zu lassen, sagt ADAC-Sprecher Maximilian Maurer in München. Die Zulassungsstelle übermittele anschließend die neuen Daten ans Finanzamt, das dann den Umweltbonus mit den Kfz-Steuern verrechnet.

Papiere als Beleg für Umrüstung
Dieselfahrern, die bereits vor Verabschiedung der Filterförderung nachgerüstet und den Filter in die Fahrzeugpapiere haben eintragen lassen, empfiehlt Maurer, beim zuständigen Finanzamt nachzufragen, wie sie die Steuervergünstigung erhalten können. Sie müssten dem Finanzamt wahrscheinlich die nötigen Papiere als Beleg für die Förderfähigkeit nachreichen, vermutet er.
Die Kosten für die Umrüstung betragen nach Angaben von Experten rund 600 bis 700 Euro. Damit ist klar, dass die beschlossene steuerliche Förderung die Umrüstkosten nicht vollständig deckt. Langfristig gesehen rechne sich der Schritt für Dieselbesitzer dennoch, glaubt Gerd Lottsiepen. "Der Wiederverkaufswert für Fahrzeuge, die nur eine schlechte Umweltplakette erhalten, wird rasant sinken." Der VCD-Experte spricht von einer Größenordnung von "ein paar hundert" Euro. "Wenn ich das Auto noch einmal verkaufen möchte, lohnt sich die Nachrüstung auf jeden Fall."
(dpa/gms/sh)