Nach dem Absturz eines russischen Passagierflugzeugs in Ägypten hat Russland den Sonntag zum landesweiten Tag der Trauer erklärt. Fernsehstationen und Radiosender wollten weitgehend auf Unterhaltungssendungen verzichten. Die orthodoxe Kirche sowie Moscheen und Synagogen haben Gottesdienste organisiert. Behörden sagten Festveranstaltungen ab. Beim Absturz des Urlaubsfliegers auf der Sinai-Halbinsel wurden 224 Menschen getötet.

Der Airbus war kurz nach dem Start im Badeort Scharm el Scheich am Samstag vom Radar verschwunden. Die meisten Fluggäste der Maschine nach St. Petersburg waren russische Urlauber auf dem Heimweg.

Auf der Suche nach der Unglücksursache prüfen die russischen Behörden auch die Qualität des Flugbenzins. Ermittler hätten in einem Lager in der Wolga-Stadt Samara Proben des Treibstoffs genommen, den auch die Unglücksmaschine im Tank hatte, berichteten russische Medien. Geprüft werden sollen auch Berichte, denen zufolge der Pilot des Airbus A321 über Probleme mit dem Triebwerk geklagt haben soll. Nach ersten Angaben soll die Passagiermaschine in der Luft zerbrochen sein, so die Moskauer Behörden.

Auf dem St. Petersburger Flughafen Pulkowo richtete das Katastrophenschutzministerium einen Krisenstab ein. Etwa hundert Angehörige der Opfer seien in einem Hotel am Airport untergebracht, sagte ein Behördensprecher. Dutzende Psychologen und Ärzte würden die Hinterbliebenen betreuen.

Die ägyptischen Behörden gehen von einem technischen Defekt aus, ein Terroranschlag wurde ausgeschlossen. Auch Russland bezeichnete einen angeblichen Abschuss als Ursache für den Absturz des russischen Passierflugzeugs über Ägypten als unwahrscheinlich.