Zudem wurde der Boulevard immer wieder mit Skandälchen, vermeintlichen Offenbarungen und Intrigen sowie intimen Geheimnissen gefüttert. Ein bisschen zu viel, meinen Kritiker. Man könnte den Eindruck haben, es gehe weniger um die musikalischen Talente als vielmehr um die menschlichen Abgründe der Kandidaten - besonders im direkten Vergleich mit der um Seriosität und Musikalität bemühten Grand-Prix-Castingshow "Unser Star für Oslo" von Stefan Raab (ARD/ProSieben).RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger sieht das naturgemäß anders. "Klar greift die Yellow Press lieber die persönlichen Geschichten auf, als zu schreiben, wie gut die stimmliche Leistung von Mehrzad und Menowin ist", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. "Die musikalischen Leistungen der Kandidaten waren teilweise sehr gut, und es steht jetzt schon fest, dass wir einen fantastischen Sänger als Superstar haben werden." Dennoch: "Die persönlichen Geschichten der Kandidaten haben schon immer zur Show gehört. Der Zuschauer möchte die Kandidaten kennenlernen, für die er anruft und so weiterbringen kann." Und so erfuhren Fans wie auch weniger DSDS-beschlagene Zeitungsleser eine ganze Menge aus dem Privatleben der Kandidaten: Der 29-jährige Mehrzad Marashi, der aus dem Iran stammt und schon professionell Klavier- und Gesangsunterricht genommen hat, setzte vor allem aufs Gefühl, musste die Geschichte seines tödlich verunglückten Bruders erzählen, wurde gerade stolzer Vater eines Sohnes und machte seiner Freundin beim Halbfinale vor einer Woche einen Heiratsantrag.Helmut Orosz (30) hingegen machte Schlagzeilen mit seiner Drogenabhängigkeit, und weil er während der DSDS-Zeit kokste, flog er kurzerhand raus. Der böse Bube Menowin Fröhlich (22) flog nicht, seine Aschenputtel-Geschichte ist einfach zu schaurig-schön - die Zutaten: Hartz IV, Knast, drei Kinder mit seiner Cousine und wilde Partys, die gerne mal in Schlägereien ausarten.Am heutigen Samstag geht es dann aber wieder um Musik. Je drei Lieder müssen Mehrzad und Menowin singen: Ein romantisches Lied - "Endless Love" von Lionel Richie (Mehrzad) und "That's What Friends Are For" von Dionne Warwick (Menowin) - sowie einen Kracher - "Fresh" von Kool & The Gang (Mehrzad) und Michael Jacksons "Billie Jean" (Menowin). Zudem schmettern beide den Siegertitel "Don't Believe" - traditionell komponiert von Ex-Modern-Talking-Kopf und DSDS-Übervater Dieter Bohlen.