Auf Satellitenaufnahmen war zu sehen, dass sich der Ölteppich am Sonntag um die explodierte Plattform innerhalb eines Tages um die Hälfte auf mehr als 1500 Quadratkilometer vergrößert hatte.

,,Wir haben die weltbesten Experten, die sich darum kümmern", sagte der für Bohrungen zuständige BP-Chef Doug Suttles. Das Bohrloch sollte mit einer 450 Tonnen schweren Vorrichtung verstopft werden. Es war der erste Versuch dieser Art überhaupt. BP setzt insgesamt vier Unterwasserroboter ein, um den Einsatz zu steuern. Die Roboter funktionieren wie eine einfache Version von U-Booten. Sollte die Schließung des Bohrlochs misslingen, müssten die Experten in der Nähe weitere Entlastungs-Löcher graben, um den Ölfluss aus dem offenen Loch nach und nach versiegen zu lassen. Dies könnte nach Einschätzung von BP zwei bis drei Monate dauern.

Die Ölpest bedroht die Küsten der US-Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi. Dort befindet sich ein Ökosystem mit Wasservögeln, Garnelen und Austernbänken. Die Küstenwache sprach von einem ,,ernst zu nehmenden Ölteppich", der aber in weiten Teilen nur dünn sein soll. In den nächsten drei Tagen drohe der Küste noch keine Gefahr, sagte ein Vertreter der US-Meeresbehörde. Umweltschützer warnten allerdings vor der größten Ölkatastrophe seit dem Untergang des Öltankers Exxon Valdez 1989.