Der Reiz für Zemeckis war vor allem die Original-Geschichte aus der Feder des Briten Steven Knight. "Ich bin sehr darüber besorgt, dass wir keine Filme mehr drehen, die original sind", sagte der Regisseur im November der US-Zeitschrift "The Atlantic". Zemeckis, der am Sonntag 65 wird, beklagt den Trend in Hollywood, mit Fortsetzungen und Bestsellerverfilmungen Kasse zu machen, statt neue Ideen zu entwickeln.

Er wehrt sich seit Jahren energisch gegen eine Fortsetzung oder ein Remake seiner Hit-Trilogie "Zurück in die Zukunft". "Solange wir leben, wird es das nicht geben", sagte Zemeckis 2015 in Berlin, und sprach auch im Namen von Co-Drehbuchautor Bob Gale. Die dreiteilige Filmreihe, deren erster Teil 1985 in die Kinos kam, genießt Kultstatus. An Bord ihrer Zeitmaschine reisen die Filmhelden Marty McFly (Michael J. Fox) und Doc Brown (Christopher Lloyd) ins Jahr 2015, zurück in die 50er-Jahre und ins 19. Jahrhundert.

Auch ein Kassenschlager und zudem Zemeckis Oscar-Triumph war "Forrest Gump" (1994). Tom Hanks spielt den sympathisch-naiven Titelhelden, der durch drei bewegte Jahrzehnte amerikanischer Geschichte treibt. Dank brillanter Filmtricks trifft Forrest auf historische Figuren wie Elvis Presley und John Lennon, er schüttelt Präsident Kennedy die Hand. Es gibt sechs Oscars, darunter für Regie, Hauptdarsteller, Spezialeffekte und als bester Film.

Zemeckis hatte aus Hanks eine weitere Meisterleistung als moderner Robinson Crusoe auf einer einsamen Insel herausgeholt. In "Cast Away - Verschollen" (2001) hofft er als einziger Überlebender eines Flugzeugabsturzes jahrelang auf Rettung.

1952 in einem Arbeiterviertel in Chicago geboren, habe er keinen Zugang zu Kunst, Musik, Theater oder Film gehabt, sagt Zemeckis. Das Fernsehen sei seine Inspiration gewesen, erzählte der Regisseur 2015 der "New York Times": "Als Kind habe ich alles geschaut."

Als Schüler drehte er Super-8-Filme, als junger Filmstudent in Kalifornien fiel er schnell mit Kurzfilmen auf. 1975 war er mit "A Field of Honor" unter den Gewinnern der ersten Studenten-Oscars. Steven Spielberg wurde auf den Nachwuchs aufmerksam und ließ ihn 1979 das Drehbuch für die Komödie "1941 - Wo, bitte, geht's nach Hollywood" schreiben.

Danach standen Zemeckis die Türen in Hollywood offen.

Barbara Munker