"Wir freuen uns, dass der BC Cottbus und Hertha BSC diesen Länderkampf in Luckau austragen", sagte Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos). Die Stadt erhalte dadurch einen besonderen sportlichen Höhepunkt. In der Gymnasium-Turnhalle werde für den Abend extra ein professioneller Hochring aufgestellt. Zu den 200 festen Tribünen-Plätzen sollen zusätzlich 300 Stühle aufgebaut werden.

"Geplant sind acht Hauptkämpfe, größtenteils in den Schwergewichtsklassen", sagte Jörg Milke, Vizepräsident des BC Cottbus. Für die Kampfgemeinschaft aus der 2. Bundesliga sei es eine gute Gelegenheit, in der Lausitz Werbung für den Box-Sport zu machen. Der Cottbuser Verein habe bereits seit fünf Jahren eine Kooperation mit den Israelis, die gegenseitige Besuche, gemeinsames Training und Wettkämpfe beinhaltet. Die Gäste reisen einen Tag vor dem Länderkampf in Cottbus an und bleiben bis zum 13. Dezember. Milke könne sich gut vorstellen, auch einmal einen Bundesliga-Kampfabend in Luckau durchzuführen.

Die Idee für einen Box-Abend in Luckau hat Gerald Lehmann schon länger mit sich herumgetragen. Lehmann, der selbst elf Jahre lang boxte und dabei unter anderem an DDR-Meisterschaften teilnahm, wollte eine lange Tradition wiederbeleben. In den 1950er- bis 80er-Jahren war Luckau in der Lausitz eine Box-Hochhochburg. Damals fanden Kampfabende auf dem Schlossberg und im Moorbadgarten statt. 500 Zuschauer waren dabei keine Seltenheit.

"Ich habe Helmut Krüger angerufen und ihn um Unterstützung gebeten", erzählte Lehmann. "Drei Tage später war der Kampf-Abend gegen die israelische Nationalmannschaft perfekt." Helmut Krüger, Vorstandsmitglied beim BC Cottbus, hatte 1957 als 17-Jähriger bei Dynamo Luckau mit dem Box-Sport begonnen. Siebenmal gewann er die Bezirksmeisterschaft, bevor er später für Cottbus als Trainer arbeitete. Mit Luckau habe er sich immer verbunden gefühlt. Umso mehr freue er sich, dass es nun nach 30 Jahren wieder einen hochklassigen Box-Abend in der Berstestadt gibt. "Wir wollen an diese alte Tradition anknüpfen", sagte der 71-Jährige. Unterstützung erhalte er von Horst Fiedler aus Lübben und vom Luckauer Box-Urgestein Horst Frede.

Der BC Cottbus, der den Ring und das gesamte Equipment mit nach Luckau bringt, kümmert sich um den sportlichen Bereich. "Wir wollen den Zuschauern erstklassigen Box-Sport bieten", versprach Jörg Milke. Die wichtigsten Punkte stehen bereits fest: Die acht Hauptkämpfe laufen ab 19 Uhr über eine Zeit von drei Mal drei Minuten. Die Ringrichter sind aus Cottbus, Berlin und Israel.

Zugesagt hat unter anderem der deutsche Studentenmeister Marten Lebeda. "Ziel ist auch ein Start von Enrico Wagner", verriet Milke. Jedoch sei noch unklar, ob der fünffache deutsche Meister rechtzeitig fit werde.

Im Rahmenprogramm sollen zusätzlich zwei Kämpfe mit talentierten Nachwuchs-Boxern aus Lübben und Dahme stattfinden. Nach den Kämpfen ist eine Autogrammstunde geplant, an der voraussichtlich auch Kult-Trainer Uli Wegner teilnimmt.

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Zum ThemaKartenvorverkauf beginnt am 23. NovemberDie Stadt Luckau will 500 Eintrittskarten drucken, die ab dem 23. November in der Touristinfo und im Rathaus erhältlich sind. Im Vorverkauf kosten die Tickets 5 Euro, an der Abendkasse 6 Euro. Der Kampfabend findet in der Gymnasium-Turnhalle (Grüner Weg) statt. Neben der 200 Sitzplätze großen Tribüne werden 300 Stühle um den Hochring aufgebaut.