Die Deutschen sind Reiseweltmeister. Kein anderes Volk packt so oft die Koffer, um es sich an den schönsten Urlaubsorten der Welt gut gehen zu lassen. Doch was tun, wenn etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt: Ein Unfall oder eine Krankheit? Leider keine Seltenheit. Laut einer Umfrage der Deutschen Angestellten Krankenkasse hütete mindestens jeder dritte Bundesbürger im Urlaub schon mal das Krankenbett. Damit die ersehnte Traumreise nicht zum Horrortrip wird, gibt es deshalb ein paar Dinge, die man für den Notfall unbedingt wissen sollte.

Professor Hans Anton Adams, Sprecher der Sektion "Schock" der DIVI, klärt auf:

Bei einem Autounfall geht es in erster Linie darum, sich selbst und eventuell verletzte Personen in Sicherheit zu bringen. "Möglichst schnell ein Warndreieck aufstellen und sich dann hinter die Leitplanken begeben und den Notarzt rufen", rät Professor Adams, der auch die Stabsstelle der Interdisziplinäre Notfall- und Katastrophenmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover leitet. "Niemand sollte zu große Angst davor haben, eine verletzte Person zu bewegen, weil vielleicht die Wirbelsäule verletzt ist. Vor allem bewusstlose Menschen müssen sofort in die stabile Seitenlage gebracht werden." Wer nicht bei Bewusstsein ist, neigt zum Erbrechen und kann ersticken.

Also am besten die bewusstlose Person aus dem Wagen ziehen, auf den Rücken legen und sich selbst seitlich am Oberkörper kniend platzieren. Den körpernahen Arm der Person nach oben strecken, wobei die Handflächen nach oben zeigen. Dann den fernen Arm über die Brust, mit dem Handrücken an die körpernahe Wange führen. Mit der anderen Hand das entfernte Knie greifen und bis in die Seitenlage zu sich herüberziehen.

"Sollte die verletzte Person nicht mehr atmen, lässt man sie zunächst in Rückenlage liegen und beginnt sofort mit der Herzdruckmassage", rät der Experte. Wichtig dabei: den Brustkorb hart und schnell fünf bis sechs Zentimeter etwa 100 bis 120 mal in der Minute senkrecht nach unten drücken und zwar so lange, bis professionelle Hilfe eintrifft. Erfahrenere Helfer sollten den Patienten nach 30 Herzdruckmassagen zweimal beatmen.

Deutlich weniger dramatisch, aber dafür ganz schön schmerzhaft: ein Sonnenbrand. "Viele Menschen, vor allem Männer, unterschätzen die Gefahr allzu intensiven Bräunens, viele verzichten sogar auf Sonnenschutzmittel ", sagt Hans Adams. "Bei leichten Verbrennungen ohne Blasenbildung, die auch nur lokal begrenzt sind, reicht es aus, eine kühlende Hautcreme aufzutragen. Bei großflächigen Verbrennungen, starken Rötungen, Schmerzen sowie Kopfweh oder Übelkeit sollte aber unbedingt ein Arzt aufgesucht werden."

Lebensmittelvergiftungen in tropischen Ländern lassen sich am besten durch die Regel "erst kochen oder schälen" vermeiden. Ist das nicht möglich, dann bitte auch nicht essen. "Sollte es dennoch zu einer Vergiftung kommen, hängt es von den Symptomen ab, ob ein Arzt nötig ist oder nicht", sagt Professor Adams. "Bei Durchfall hilft es, viel zu trinken oder das zu essen, wonach einem ist. Meistens ist das was Salziges. Bei anhaltendem Erbrechen ist es ratsam, zum Arzt zu gehen."

Insektenstiche können ebenfalls richtig lästig werden. Als Erste-Hilfe-Maßnahme gilt es, den Stachel zu entfernen und die Einstichstelle zu kühlen. "Bei starker Hautrötung oder ausgedehnter Quaddelbildung besser gleich den Notarzt rufen, weil es sich vielleicht um den Beginn einer allergischen Reaktion oder um einen beginnenden anaphylaktischen Schock handelt", sagt Hans Adams. "Dann zählt jede Sekunde."