Thema an diesem Abend: Soll der Ortsteil von Felixsee mit seinen rund 260 Einwohnern in der geplanten Großgemeinde Döbern-Land aufgehen oder sich der Stadt Spremberg anschließen?

Vor fast genau zehn Jahren wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Reuthen dem Amt Döbern-Land zugeschlagen. Nun befinden sich die Reuthener erneut in der Situation, entscheiden zu müssen, wie es weitergeht. Und das wurmt viele Bürger.

Der Bürgermeister der Gemeinde Felixsee, Peter Rabe (SPD), versteht den Unmut. Er schlägt vor, alle Möglichkeiten genau abzuwägen. "Entweder wir schließen uns mit der Gemeindegebietsreform einer Einheitsgemeinde Döbern-Land an oder wir entscheiden uns für den Zusammenschluss mit Spremberg." Rabe betonte, dass sich keiner sofort entscheiden müsste, aber an diesem Abend bestünde die Möglichkeit, Fragen loszuwerden und Antworten zu bekommen.

Vor Ort war auch der Amtsdirektor vom Amt Döbern-Land, Günther Quander (parteilos). Er wirbt für die Einheitsgemeinde. "Es ist die beste Möglichkeit, diese ländlich geprägte Region zu erhalten", sagt er. Dabei spricht er unter anderem von Solidarität. Doch unter den Bürgern regt sich Zweifel, ob damit wohl nicht das Eigeninteresse der Verwaltung gemeint sei. Auch Quanders Vergleich mit der Gemeinde Kolkwitz, die es einst auch als eigenständige Gemeinde nach Cottbus gezogen hat und heute ein schuldenfreier Ortsteil von der Stadt ist, hinkt. "Sie können doch nicht ernsthaft Reuthen mit Kolkwitz vergleichen", ertönt es aus der Bürgermenge. "Kolkwitz besitzt Wirtschaftskraft und ist sozusagen der Speckgürtel von Cottbus. Klar, dass es denen besser geht."

Um den Bürgern die Informationsbeschaffung zu erleichtern, hat Wolfgang Kostbar, der im Reuthener Ortsbeirat sitzt, eine Tabelle an die Wand geworfen. Darin sind Punkte wie Struktur, Verwaltung, Finanzen, Vereine und Investitionen bei beiden Varianten verglichen.

Zu Wort kommt auch der Lieskauer Ortsvorsteher Harry Krause. Der Ort Lieskau ist bereits ein Teil der Stadt Spremberg. Krause sieht das als eine recht positive Entscheidung. "Spremberg setzt sich durchaus für Lieskau ein", berichtet Krause. "Aber es gab auch Hindernisse oder Abstriche." So werden Friedhofs- und Hundesteuersatzung mittelfristig auslaufen und der Stadt Spremberg angepasst.

Ein Bürger stellt die Frage in den Raum: "Wollen wir Reuthener eher in einen alten Trabi oder in einen neuen Golf investieren?" Der Stimmung im Raum zufolge zieht es die Mehrheit der Bürger wohl eher nach Spremberg.

Nun wollen die Bürger sowohl vom Amt Döbern-Land als auch von der Stadt Spremberg einen Gebietsänderungsvertrag mit den wesentlichen Punkten vorgelegt bekommen. "So können wir nochmal direkt die Punkte vergleichen", wirft ein Bürger ein.

Am Ende sollen die Einwohner bei einem Bürgerentscheid, höchstwahrscheinlich im September parallel zur Bundestagswahl entscheiden, welcher Variante sie den Vorzug geben.