Wenn etwas passiert, wählt der Bürger 112 und wartet auf den Krankenwagen. Die Retter kommen, helfen – und alles wird gut. So einfach stellt sich der Fall für den Betroffenen dar. Für Retter und Verwaltung hingegen entstehen Kosten. Um die wieder hereinzuholen, werden die Krankenkassen zur Kasse gebeten. Eine Entschädigungssatzung legt fest, wie viel Geld pro Rettungswagen, Notarzt, Helfer und so weiter bezahlt werden muss. Spätestens alle zwei Jahre muss diese Kalkulation neu aufgestellt werden. In Spree-Neiße ist das jetzt wieder der Fall. Der Sozialausschuss wurde am Dienstagabend über die geplanten Gebühren informiert, die erneut steigen werden. Für einen Krankenwagen beispielsweise fallen künftig 261,50 Euro statt bisher 238,70 Euro an.

Grund für die Steigerung sind unter anderem neuen Entscheidungen des Bundessozialgerichts, aber auch ein Rückgang des Einsatzaufkommens, wie der Beigeordnete Olaf Lalk (CDU) den Ausschussmitgliedern erläuterte. Auch ein Defizit aus dem Vorjahr, die anteiligen Kosten für die Leitstelle Lausitz und die von den Krankenhäusern ermittelten Kosten für die Notärzte fließen in die Berechnung ein. Auf der anderen Seite werden die aktuellen Einsatzzahlen und die Vergleiche aus den Vorjahren aufgenommen. „Der Rest ist Mathematik“, sagt Sachgebietsleiterin Brunhild Krautz von der Kreisverwaltung.

In Absprache mit den Krankenkassen fließen in die Kalkulation für 2012 zusätzlich die Kosten für die Sanierung der kreiseigenen Rettungswache in Drebkau ein. Auch die Kosten für eine juristische Begleitung der erneuten Ausschreibung des Rettungsdienstes ab 2013 werden die Krankenkassen über die Gebühren finanzieren.

Ebenfalls neu in der Kostenrechnung sind die Planungen für ein mobiles Datenerfassungs- und -übertragungssystem, das künftig im Bereich der Leitstelle Lausitz eingeführt werden soll. Via Chipkarte sollen die medizinischen und weitere Daten der Patienten erfasst und für die Behandlung weitergegeben werden. Gleichzeitig soll dadurch die Erfassung der Einsatzzahlen erleichtert werden, wie Lalk dem Ausschuss erläuterte. Dazu müssen entsprechende Systeme beschafft und installiert werden.

Mit Gesamtkosten von 7,7 Millionen Euro rechnet die Kreisverwaltung insgesamt für 2012. Bisher sind es 7,2 Millionen Euro. Eine Anhebung der Tarife für die Beschäftigten im Rettungsdienst ist übrigens nicht vorgesehen. „Die Personalkosten wurden bei der Ausschreibung des Rettungsdienstes für zwei Jahre festgelegt“, so Brunhild Krautz. Insgesamt gibt es im Rettungsdienst in Spree-Neiße derzeit 105,9 Vollzeitstellen.