Nach der Übernahme des Rettungsdienstes durch die Falck Kranken-Transport Herzig GmbH sehen Mitarbeiter dies allerdings nicht mehr gegeben.

"So wird angezweifelt, dass die zwingend notwendigen 35 zusätzlichen Sanitäter und sechs Rettungssanitäter für die Besetzung der drei zusätzlichen Kranken-Transport-Wagen für den erweiterten Rettungsdienst tatsächlich vorhanden sind", schreibt die Gewerkschaft Verdi in einem Brief an die Kreistagsabgeordneten.

Auch der SPD-Abgeordnete Ulrich Freese äußert nach Gesprächen mit Mitarbeitern Bedenken: "Organisation und Qualität des erweiterten Rettungsdienstes scheinen nicht gewährleistet zu sein." Mitarbeiter wüssten nicht, wie, wann und wo der erweiterte Rettungsdienst zum Einsatz kommen solle. Auch die bereitgestellten Rettungswagen seien nicht geeignet gewesen. In Guben hatte bis zur vergangenen Woche den Aussagen der Mitarbeiter zufolge ein Fahrzeug gestanden, bei dem der TÜV fast abgelaufen war. Dieses wurde mittlerweile ersetzt. Die technische Ausstattung sei aber weiterhin mit Mängeln behaftet. Zudem sei das Fahrzeug bisher in der Ausrückeordnung der Leitstelle Lausitz nicht gemeldet, sodass es im Einsatzfall gar nicht alarmiert würde. "Gott sei Dank hatten wir noch keine Situation, in der wir darauf hätten zurückgreifen müssen", zeigt sich Freese betroffen.

Bei der Kreisverwaltung sieht man bisher keinen Grund einzuschreiten. "Wir haben die Versicherung des Betreibers, dass der erweiterte Rettungsdienst abgesichert ist", erklärt der zuständige Beigeordnete Olaf Lalk (CDU). Wenn es konkrete Vorwürfe gibt, werde man dem nachgehen. Bisher sei dazu aber keine Veranlassung gewesen.

Im Übrigen werde der erweitere Rettungsdienst nicht nur durch Falck abgesichert. Auch der Landkreis stehe mit seinen Schnelleinsatzgruppen für den Katastrophenfall bereit. Bisher verlaufe die Zusammenarbeit mit dem neuen Betreiber des Rettungsdienstes gut. Beim Bombenfund in Forst in der vergangenen Woche hätte Falck beispielsweise spontan einen Transporter zur Verfügung gestellt, so Lalk.

Die Falck Kranken-Transport Herzig GmbH wollte sich am Montag auf Nachfrage zu den Vorwürfen nicht äußern.