„Fragen Sie nicht nach dem Sinn. Uns geht es einfach
darum, Spaß zu haben
und für den
Tauchsport zu werben.“
 Carsten


Gestern Nachmittag hatten die Kasseler 30 Stunden am Stück unter Wasser Tischfußball gespielt - vier Stunden mehr als der bisherige Rekord.

„Fragen Sie nicht nach dem Sinn. Uns geht es einfach darum, Spaß zu haben und für den Tauchsport zu werben“, sagte Carsten Sult vom Kasseler „Tauch- und Wassersportclub Del phin e.V.“. Der Versuch sei nicht von Offiziellen des Guinness-Buches kontrolliert worden und werde daher auch nicht im Buch verzeichnet. „Die Auflagen waren zu kompliziert“, sagte Sult.
Eines der Vereinsmitglieder baue Tischkicker, und irgendwann habe sich die Truppe gefragt, ob das wohl auch unter Wasser funktioniere. „Wir mussten einige Probleme lösen. Es musste ja alles wasser- und vor allem chlorfest sein“, sagt Sult. Zudem sollte die Kugel im Kampf gegen den größeren Widerstand im Wasser natürlich nicht in Zeitlupe rollen. „Wir nehmen jetzt eine Spezialkugel. 150 Gramm Stahl. Das geht ganz schön ab.“ Ein normaler Kickerball wiegt ein Zwölftel.

Ein halbes Jahr geplant
An ihrem Plan tüftelten die Kasseler Taucher ein halbes Jahr. Der Ort war mit einem 25 000 Liter fassenden verglasten Tank in Kassel rasch gefunden. Damit die schweren Pressluftflaschen Einstieg und Spiel nicht noch zusätzlich behinderten, wurden die Taucher über Schläuche mit Druckluft versorgt. In den fast 200 Badewannenladungen Wasser standen in zwei Metern Tiefe immer zwei Taucher am Kicker. „Nach einer halben Stunde ist fliegender Wechsel. Wir haben es bislang wirklich geschafft, keine Unterbrechung auftreten zu lassen“, hatte Sult gestern Mittag gesagt. Da war der alte Rekord schon gebrochen.

Werben für den Tauchsport
Harald Föste, Vorsitzender des Tauchclubs, ist begeistert: „Wir wollten ja für uns und den Tauchsport werben. Und das ist uns voll und ganz gelungen. Nicht nur, dass Sportler aus der Umgebung spontan mit ihrer Ausrüstung vorbeikommen und mitmachen wollen. Es gibt auch ganz viele Zuschauer, die nach ein paar Minuten sagen: Jetzt will ich auch tauchen lernen!“
Einen Vorteil des Unterwassertischkickerns haben die Kasseler ganz nebenbei entdeckt: „Selbst Leute, die gern tauchen lernen wollen, haben anfangs oft erst einmal ein bisschen Angst“, sagt Sult. „Wir haben festgestellt, dass das Kickern ablenkt und man sich bald ganz natürlich unter Wasser bewegt. Vielleicht machen wir das jetzt mit Neuen immer so.“