Bernd Heidenreich aus Finsterwalde und Margit Lindner aus Falkenberg berichten von verspätet eintreffenden Zügen am Wochenende, einem verpassten Anschluss in Richtung Leipzig und Wartezeiten zwischen 30 und 60 Minuten. In dieser Situation – wer kann sich nicht in den frustrierten Reisenden hineinversetzen? – geht der begehrliche Blick in Richtung des neuen Service-Gebäudes. Doch dessen Pforten sind geschlossen. Vermisst wird außerdem eine Toilette.

„Was nützt ein solches neues Gebäude, wenn man sich bei Wind und Wetter nicht darin aufhalten kann?“, fragt Margit Lindner. Und auch Bernd Heidenreich setzt die Investition von knapp einer Million Euro ins Verhältnis zu dem von ihm beklagten Defizit.

Falkenbergs Bürgermeister Herold Quick (parteilos) ist weit davon entfernt, kein Verständnis für die Bedürfnisse der Reisenden zu haben. Immerhin ist es die Stadt, die sich für das Service-Gebäude stark gemacht und tief ins Stadtsäck'l gegriffen hat. „Obwohl es eigentlich ureigenste Sache der Deutschen Bahn wäre, für die Reisenden zu sorgen“, erinnert Quick. Doch von der Bahn habe es keinerlei Anstrengungen in diese Richtung gegeben.

Nun seien es die Stadt und die Mieter des Hauses, die den Service anböten. „Aber alles hat seine Grenzen, es muss bezahlbar sein“, unterstreicht der Bürgermeister. Was in den ersten drei Tagen in den wegen noch fehlender Schlösser frei zugänglichen Toiletten passiert sei, solle man sich auch mal anschauen. Ab der kommenden Woche werde ein Schlüssel für die Toiletten am Fahrkartenschalter erhältlich sein.

Doch Falkenbergs Bürgermeister sieht das Service-Angebot am Horizont dennoch bald günstiger. Wenn im Januar der Gastronomiebereich öffne, werde das spürbar werden. Dann werde dort die Verantwortung für die Toiletten liegen und die Öffnungszeiten aufeinander abgestimmt. Es liege im Interesse des Betreibers, den Reisenden schon am frühen Morgen zur Verfügung zu stehen. Längere Wartezeiten auf einen Zugkönnten dann auch gut bei einer Tasse Kaffee überbrückt werden.

„Es ist nicht Aufgabe der Stadt, Unterstellmöglichkeiten für Reisende zu schaffen“, betont Falkenbergs Bürgermeister und will damit deutlich machen: Dass es ein Service-Center wie das jetzt eröffnete überhaupt gebe, sei dem Einsatz der Stadt und den Mietern des Hauses zu verdanken. „Zwei Jahre lang hat es hier überhaupt keine Toilette, nicht einmal ein Dixie gegeben“, erinnert das Stadtoberhaupt.

In dem Wissen, welche Bedeutung der Knoten Falkenberg für Bus- und Bahnreisende habe, hätten sich Stadt, Landkreis und Land für die komplette Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes eingesetzt. In einem Gespräch mit der zuständigen Bahnhofsmanagerin werde er die kritischen Hinweise der Bürger dennoch an die eigentlich richtige Adresse weitergeben, so Quick.

Die Stadt und ihre Partner würden das in ihren Kräften stehende für die Reisenden tun.