Mehr als 30 Jahre lang dreht sich die Musik-CD schon in den Plattenspielern der Welt. 1982 ging das erste Album in Serienproduktion. "The Visitors" von der schwedischen Popgruppe Abba soll das gewesen sein.

Zu dieser Zeit kam für Frieder Friedersdorf, Chef des Cottbuser Clubs Bebel, Musik noch von der Vinylscheibe.

In den 80er-Jahren war Friedersdorf als Musiker unterwegs, spielte Reggae mit seiner Band und hatte daher ein "gesteigertes Interesse an Musik". Seine Platten kaufte er - wie die Instrumente für die Band - unter dem Ladentisch, auf Parkplätzen, weil man damals in der DDR offiziell nicht an die Musik kam, die man haben wollte.

1988 - sechs Jahre, nachdem die CD auf dem westdeutschen Markt ihren Siegeszug begonnen hatte, und drei Jahre, nachdem das erste Musikalbum die Grenze von einer Million verkauften Exemplaren gebrochen hatte -, hielt Friedersdorf seine erste CD in den Händen. Welche das war? "Schwierig", sagt der Bebel-Chef, der nur noch weiß, dass eine Bob-Marley-CD eine seiner ganz frühen Errungenschaften war: "Das Album ‚Babylon by Bus' bekam ich von einem Bekannten aus Österreich. Zuerst als Vinyl, kurze Zeit später kam die CD per Post."

Dann begann bei Friedersdorf das Sammelfieber. "Ich habe Himmel und Erde in Bewegung gesetzt, um die ganzen Alben von Sting zu bekommen", erzählt er. Seine Sting-CDs hat er heute noch, außerdem zahlreiche Jazz-Alben. Miles Davis ist einer seiner Lieblingskünstler. Die deutsche Rock- und Popband Element of Crime ist auch unter seinen Favoriten. Deren Alben besitzt Friedersdorf allesamt. "Insgesamt zwischen 700 und 800 CDs sind es mittlerweile", schätzt er und weiß: "Manche DJs schleppen noch viel mehr mit sich rum.".

Auch heute kauft Friedersdorf noch CDs, zuletzt das aktuelle Album von Liedermacher Konstantin Wecker. Allerdings halte sich seine Sammelleidenschaft mittlerweile in Grenzen.. "Weil man im Club jeden Tag mit Musik zugeballert wird", erklärt er.

MP3 ist für den CD- und Plattensammler keine echte Alternative, "weil man die Musik so nicht richtig berühren kann". Friedersdorf mag den Klang der CD, noch mehr mag er das Kratzen einer Langspielplatte.

"Die Wertigkeit der Musik hat nachgelassen", sagt Friedersdorf. Weil man CDs so einfach vervielfältigen könne. Und weil man MP3 auf einem Speicherstick mit sich rumtragen und Hunderte Songs auf der Festplatte speichern könne. "Das war ja früher undenkbar", erinnert er sich.

Um die Zukunft der silbernen Scheibe macht sich Friedersdorf aber trotzdem keine Sorgen: "Vinyl wurde auch schon totgesagt. Und jetzt kaufen die Leute wieder Schallplatten."