Oftmals sind die Besitzer selbst ahnungslos, dass sie einen rechtsgerichteten Zahlen- oder Buchstabencode spazieren fahren.

Doch die Initialen von Adolf Hitler in Kombination mit dessen Geburtsdatum sind einem RUNDSCHAU-Leser sofort ins Auge gesprungen. „Wie kann man so etwas überhaupt zulassen?“, wollte er wissen und wies die Stadtverwaltung darauf hin.

Die Antwort war wenige befriedigend. Darin heißt es: „Das Land Brandenburg hat mit der Sperrung die problematischen Kennzeichenkombinationen für künftige Zulassungen ausgeschlossen Für die Stadt Cottbus besteht keine gesetzliche Grundlage zur Sperrung von Kennzeichen.“

Verboten sind bundesweit folgende Buchstabenfolgen mit NS-Symbolik: HJ (Hitlerjugend), NS (Nationalsozialismus), KZ (Konzentrationslager), SS (Schutzstaffel der NSDAP) und SA (Sturmabteilung).

Diese Liste wurde in Abstimmung mit dem Verfassungsschutz im Dezember 2009 in Brandenburg um folgende Zahlenkombinationen erweitert: 88, 888, 188, 1888 und 8818.

In der Rangfolge des Alphabets ergibt die 18 die Initialen von Adolf Hitler, die 88 steht für den Nazi-Gruß „Heil Hitler“. In dem Zuge erhielten auch die Kombinationen AH-18 und HH-18 einen Sperrvermerk. Die Sperre gilt jedoch nur für Neuzulassungen. Vor dem Erlass zugelassenen Kennzeichen haben Bestandsschutz, wie Silvia Wolf vom Verfassungsschutz bestätigt.

Für die vom RUNDSCHAU-Leser kritisierte Kombination gibt es demnach keine Einschränkungen. Das beschämt den Mann. „Wir verlegen überall in der Stadt Stolpersteine und lassen gleichzeitig so etwas zu.“ Die Zahl rechter Gewalttaten ist nach Angaben des Verein Opferperspektive in Cottbus gestiegen.

Demnach wurden in den vergangenen zwei Jahren 30 Straftaten mit rechtem Hintergrund registriert. Dem setzt heute Abend das Bündnis „Cottbus Nazifrei!“ eine Nacht-Tanz-Demo entgegen. Sie beginnt um 20 Uhr auf dem Uni-Campus, führt durch die Innenstadt und endet vor dem Glad-House.