„Deshalb schmerzen uns in Köln die schrecklichen Bilder der brennenden Kathedrale ganz besonders. Das Feuer trifft auch unsere Herzen.“ Dombaumeister Peter Füssenich verwies darauf, dass der Kölner Dom durch ein Dachgerüst aus Eisen besser vor Feuer geschützt sei. Um 12 Uhr mittags sollten die Domglocken als Zeichen der Solidarität läuten.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) drückte am Montagabend per Twitter ihr Mitgefühl an die Pariser aus: „Ihr seid nicht allein! Ich hoffe inständig, dass es gelingt, das Schlimmste zu verhindern.“ Der katholische Kölner Stadtdechant Robert Kleine twitterte: „Es tut weh.“

Notre Dame habe so viele Parallelen zum Kölner Dom: „Haus Gottes, Gotische Kathedrale, Wahrzeichen der Stadt, weltbekanntes Bauwerk, Weltkulturerbe.“

Dombaumeister Füssenich betonte, es sei schmerzlich, Notre-Dame in Flammen zu sehen. Er sei bis in die Nacht in ständigem Austausch mit Baumeistern aus ganz Europa gewesen. „Der Brand von Notre-Dame bedeutet die Vernichtung der Werke von Generationen und damit einen unermesslichen Verlust für ganz Europa. Wir sind alle sehr berührt und versichern unseren französischen Freunden unser Mitgefühl und unsere Solidarität“, erklärte Füssenich.

Das Feuer, das offenbar bei Bauarbeiten auf dem Dach der Kathedrale entstand, erinnert Füssenich an einen Brand in Düsseldorf an der Kirche St. Peter vor einigen Jahren. Durch eine Staubexplosion habe sich ein Brand unglaublich schnell im Dachstuhl ausgebreitet.

Der Kölner Dom sei durch seinen eisernen Dachstuhl besser geschützt, betonte Füssenich. Durch die Weitsicht der Baumeister aus dem 19. Jahrhundert sei auf dem Dach des Domes eine Eisenkonstruktion realisiert worden. „Rund 30 Jahre vor dem Eiffelturm in Paris erbaut, war der Dom-Dachstuhl seinerzeit eines der größten und modernsten Eisenbauwerke Europas.“ Auch der Vierungsturm sei, anders als auf Notre-Dame, auf dem Kölner Dom aus Eisen.

Am Kölner Dom führe die Feuerwehr regelmäßige Begehungen durch, erläuterte der Dombaumeister. Das Brandschutzkonzept werde ständig überarbeitet. Regelmäßig werde geübt, wie im Brandfall Kunstwerke mit speziellen Löschdecken gesichert werden können. Baumaßnahmen würden nur unter großen Vorsichtsmaßnahmen durchgeführt. „Sicher wird das Feuer von Notre Dame noch einmal das Augenmerk auf die Bedeutung des vorbeugenden Brandschutzes für die Kulturdenkmäler Europas lenken“, sagte Füssenich.