So hat sie 2003 als Gründungsintendantin den aus ORB und SFB entstandenen Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) aus der Taufe gehoben und harte Sparrunden durchgesetzt. Und so kündigt sie den überraschenden Abschied aus dem Amt zwei Jahre vor Vertragsende an. "Ich will und werde jetzt eine andere Priorität setzen - und die gehört der Familie", sagte Reim zu ihren Motiven. "Meine Familie ist kein Deko-Element in meinem Leben." Sorge sei nicht nötig, winkt die Ehefrau, Mutter und Großmutter ab, es gehe allen gut, die nun anstehende Familienzeit nach mehr als 41 Jahren im Beruf kann und soll ausgekostet werden.

Wenn sie im Sommer 2016 mitten in der dritten Amtszeit geht, wird sie den drittkleinsten der neun ARD-Sender 13 Jahre lang geführt haben. "Das ist keine Kurzzeit und der Sender brauchte selbstverständich nach der Fusion dringend eine Phase der Kontinuität, die mit sehr viel Aufbauarbeit verbunden war - die konnte ich hier leisten." Nicht allein, wie sie stets betont: "Intendantin zu sein, ist kein einsamer Job, es geht nur und ausschließlich im Team." Es sei eine wunderbare Aufgabe gewesen.

Noch sei es zu früh zur Schlussbilanz, sagt Reim. Zum zehnjährigen RBB-Bestehen vor zwei Jahren berichtete sie, rund 300 der damals 1763 Stellen von SFB (1100) und ORB (600) hat sie abgebaut, "ohne betriebsbedingte Kündigungen". Einen von damals sieben Hörfunksendern (Radio Multikulti) wickelte sie ab, aus zwei dritten TV-Programmen wurde eines. Sie habe einen Sparkurs fahren müssen nach der Fusion vom Sender Freies Berlin mit dem Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg.

Die in Heidelberg geborene Reim begann ihre Karriere 1975 als Hörfunk-Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk in München. Später wechselte sie zum Westdeutschen Rundfunk nach Köln, dann zum Norddeutschen Rundfunk.