Der Frankfurter Airport gilt als Drehkreuz des internationalen Drogenschmuggels. 5296 Kilo Rauschgift sind im vergangenen Jahr am größten deutschen Flughafen sichergestellt worden. Das waren zwar 36 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Drogenfunde ist aber gestiegen, um 182 Prozent auf 4675 - und die meisten der Drogen werden gar nicht bei Reisenden entdeckt. "Wir haben eine extreme Verlagerung des Drogenschmuggels vom Reise- in den Postverkehr", sagte der Leiter des Hauptzollamts Frankfurt, Albrecht Vieth, am Mittwoch. So stieg die Zahl der Drogenfunde in der Post am Frankfurter Flughafen innerhalb eines Jahres um 232 Prozent auf 4515. Dies liege vor allem am sogenannten Darknet: Über den verborgenen Teil des Internets würden häufiger kleine Mengen Rauschgift bestellt und verschickt, sagte Vieth. Die übrigen 160 Funde verteilen sich auf Reisende, ihr Gepäck und die Fracht.

34 Drogenkuriere wurden festgenommen, darunter neun sogenannte Schlucker, die das Rauschgift im Körper transportierten. Die junge Mutter aus Kolumbien mit dem Kokain im Brustimplantat sei zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Frau aus Panama, die zehn Flaschen Rum mit insgesamt 4,6 Kilo Kokain im Gepäck hatte, erhielt eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sieben Monaten, der Niederländer mit der Ecstasy-Schmuggelhose unter der Kleidung zwei Jahre auf Bewährung.

"Der Frankfurter Flughafen ist ein Drehkreuz für den weltweiten Drogenschmuggel", sagte Vieth. Jeden Tag landeten 35 Hochrisikoflüge auf Rhein-Main, in denen der Zoll zu einem hohen Prozentsatz fündig werde. Der Rückgang der sichergestellten Menge könne möglicherweise auch damit zu tun haben, dass ein Flug von Caracas (Venezuela) nach Frankfurt gestrichen worden sei. Mit 4827 Kilo machte die Kaudroge Khat die größte Menge der entdeckten Drogen aus, gefolgt von Amphetamin (156 Kilo) und Kokain (97 Kilo). Zu den Verstecken gehörten auch Lautsprecher, eine Babywickeldecke und ein Mini-Billardtisch. "Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, wir müssen uns auf alles einstellen", sagte Vieth.