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| 10:18 Uhr

Parkplatzmangel für LKWs
Zu wenige LKW-Parkplätze in Deutschland

FOTO: Flickr Lorries Peter O'Connor aka anemoneprojectors
LKW-Fahrer haben in Deutschland strenge Auflagen: Nach viereinhalb Stunden hinter dem Steuer müssen sie eine 45-minütige Pause einlegen. Hinzu kommen elf Stunden Ruhezeit innerhalb von 24 Stunden. Sich an diese Regeln zu halten, ist oft leichter gesagt als getan. Denn die Parkplätze für LKW sind in der Lausitz wie in ganz Deutschland völlig überfüllt. Oft finden Fahrer keine legale Parkmöglichkeit und müssen ihren LKW deshalb rechtswidrig abstellen oder die Fahrt fortsetzen.

Viel Verkehr und wenig Platz

In Deutschland fehlen aktuell mindestens 30.000 LKW-Parkplätze. Zwar wurden in den letzten Jahren vermehrt neue Parkplätze geschaffen, doch auch der Güterverkehr ist stark angestiegen. Grund dafür ist die zunehmende Internationalisierung der Produktion. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) schätzt, dass täglich rund 800.000 LKW über deutsche Straßen rollen - Tendenz steigend. Dabei ist die Parkplatz-Knappheit nicht neu: Bereits im Jahr 2002 hatte der BGL darauf aufmerksam gemacht, heißt es in diesem Artikel der Frankfurter Allgemeinen. Zwar hat die Politik seitdem viel unternommen, um die Situation zu verbessern. Doch das Verkehrsaufkommen ist jährlich schneller gewachsen als die Anzahl neuer Parkplätze. Für die Fahrer eine Zumutung: Sie müssen oft lange nach einem Parkplatz suchen oder stattdessen in zweiter Reihe, direkt in der Ausfahrt oder auf dem Standstreifen parken. Das ist nicht nur für die Fahrer, sondern auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer gefährlich. Denn meist ist der Standstreifen der Autobahn-Parkplätze nicht beleuchtet. Auch die lange Suche ist ein Problem. Wer die Pausenzeiten missachtet und von der Polizei kontrolliert wird, muss mit einer Strafe rechnen. Zudem erhöhen Müdigkeit und Erschöpfung die Wahrscheinlichkeit eines Verkehrsunfalls.

Aktuelle Bauprojekte

In Thüringen ist vor allem die A 38 von dem Mangel an LKW-Parkplätzen betroffen. Insgesamt stehen den Fahrern momentan etwa 2.650 Stellplätze zur Verfügung. Da diese Parkmöglichkeiten bei weitem nicht ausreichend sind, sollen diverse aktuelle Bauprojekte Entlastung schaffen. Dazu gehört beispielsweise auch der Rastplatz "Tümmelsberg" an der A 4. Anstatt neue Parkplätze zu bauen, schlägt der ADAC vor, Gewerbegebiete nachts für LKW-Fahrer zu öffnen. Die dortigen Parkflächen sind in der Nacht ohnehin meist leer und bieten genügend Platz für LKW. Für die Umsetzung dieses Vorschlags werden jedoch festgelegte Regeln - beispielsweise zum erlaubten Aufenthaltszeitraum - sowie wenigstens ein Mindestmaß an Infrastruktur benötigt.

Hilfe durch Digitalisierung

Die Digitalisierung könnte Abhilfe bei der Parkplatznot schaffen. Bereits jetzt nutzen viele Flottenmanager digitale Systeme, mit denen Fahrzeuge und Fahrer getrackt werden können. Unternehmen können mithilfe der Software die Position ihrer Fahrer erkennen und dadurch auch die Einhaltung von Ruhe- und Pausenzeiten kontrollieren. Auch Staus oder Unfälle entlang der Route sowie Informationen zum Kraftstoffverbrauch des LKW werden damit digital erfasst. Solche Tools ließen sich einfach mit neuartiger Parkplatz-Trackingsoftware verknüpfen. Auf diese Weise könnten Fahrer auf einen Blick erkennen, wo es freie Parkplätze gibt und dies bei ihrer Routenplanung berücksichtigen. Auch Buchungssysteme für Parkplätze an Raststätten oder in Gewerbegebieten sind denkbar. Wichtig ist, dass Strukturen entstehen, die zu einer Reduzierung der Unfallrisiken beitragen, dem wachsenden Verkehrsaufkommen angepasst sind und gleichzeitig die LKW-Fahrer auf Deutschlands Straßen entlasten.