ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:59 Uhr

Versicherung
Hundeversicherung nur manchmal Pflicht

FOTO: pixabay.com / Vizslafotozas
Wer ein Haustier hat, der muss mit hohen Kosten für Tierarzt, Medikamente und andere Schäden rechnen. Gerade für die Hundebesitzer sind die von einem Hund verursachten Schäden zudem selbst zu tragen.

Es gibt natürlich Versicherungen für Hunde - aber sind diese in Deutschland Pflicht?

Was sagt das Gesetz?

Die Pflicht, seinen Hund versichern zu lassen, gilt aktuell nur in sechs Bundesländern. Generell wird auf Ebene der Länder individuell entschieden, ob die Halter eines Hundes unbedingt eine Versicherung brauchen. Diese Entscheidung wird regelmäßig überprüft und kann zeitnah geändert werden - aus diesem Grund sollten Hundebesitzer sich stets über den Stand der Dinge informieren. Hunde in Berlin, Hamburg, Brandenburg, Thüringen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen müssen aktuell versichert werden. In allen anderen Bundesländern können Besitzer ihr Tier versichern, müssen es allerdings von Gesetzes wegen nicht. Weitere Informationen zur Hundeversicherung finden Sie hier.

Warum eine Versicherung für den Hund sinnvoll ist

Selbst dann, wenn eine Versicherung für den eigenen Vierbeiner nicht Pflicht ist, sollten sich verantwortungsvolle Halter eine solche anschaffen. Unter anderem übernimmt die Versicherung die Kosten für eine Operation bei Patellaluxation. Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung des Kniegelenks, welches vor allem bei kleinen Rassen sehr häufig vorkommt. Die Kosten für die operative Behebung dieser und vieler weiterer Krankheiten können sich schnell auf Summen im vierstelligen Bereich belaufen. Kann ein Halter diese Kosten nicht aus eigener Tasche zahlen, so muss er im Notfall einen Kredit aufnehmen, um die Tierarztkosten zu decken. Viele Versicherungen würden in einem solchen Fall alle Kosten übernehmen. Allerdings sollten die entsprechenden OP-Kosten im Vertrag von Vornherein erwähnt werden, weil nicht jeder Tarif Operationen, Nachbehandlungen und eventuell notwendige Medikamente abdeckt.

Folgen der Versicherungspflicht für Hunde

In all jenen Bundesländern, in denen eine Versicherung für den Hund Pflicht sind, sollten Halter unbedingt allen Auflagen nachkommen. Lassen sie das Tier nicht versichern, obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben ist, so drohen schwere Strafen. Wer im Notfall keine gültige Police der Versicherung nachweisen kann, der kann mit einer Geldstrafe zwischen 1.000 und 10.000 Euro rechnen. Das Risiko einer Kontrolle steigt dann an, wenn der Hund auffällig geworden ist. Hat zum Beispiel ein wütender Nachbar das laute Bellen des Hundes gemeldet oder es kam gar zu einer Beißattacke, werden die Behörden den Halter kontrollieren. Liegt dann keine gültige Versicherung vor, wird ein saftiges Bußgeld verhängt. Eine Versicherung abschließen müssen Halter dann natürlich erst Recht - und zwar im Nachhinein.

Was bringt die Zukunft?

Ob die noch fehlenden Bundesländer in der Zukunft ebenfalls eine Pflicht zur Versicherung einführen, kann man aktuell nicht sagen. Sinnvoll wäre dies in jedem Fall, immerhin sind durch Hunde verursachte Schäden keine Seltenheit. Da sich bisher gerade einmal sechs Bundesländer zu diesem Schritt entschlossen haben, könnte man eher darauf spekulieren, dass diesbezügliche Gesetz zukünftig gelockert werden. Möglicherweise entfällt die Pflicht zur Versicherung früher oder später wieder. Ungeachtet dessen sollten Halter eines Hundes schon aus Eigeninteresse den eigenen Vierbeiner versichern. Generell gilt hier: Je größer der Hund, desto größer das Risiko. Das gilt sowohl für kostspielige Tierarzttermine als auch für Schäden, welche das eigene Haustier verursacht hat. Denn: Mit Hunden ist es nicht anders als mit Kindern - statt den Eltern tragen die Halter das volle Risiko, wenn etwas passiert. Wann und ob etwas passiert, kann niemand voraussagen. Es lebt sich im Alltag mit Hund allerdings wesentlich ruhiger, wenn man eine Hundeversicherung hat, die im Notfall hilft.