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Perfektes Timing – Die Uhrenbranche im Wandel der Zeit

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Bildrechte: Flickr IWC Porguguese Automatic John Philip Green CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten FOTO: John Philip Green
Die Uhren werden wieder größer und auffälliger, dafür aber wesentlich leichter und komfortabler. Zeitgleich mit dem Aufschwung der High-Tech-Uhren, den sogenannten Smartwatches, bekommt die klassische Armbanduhr viel Eleganz und Stil zurück.

Frei nach dem Motto: Smartwatches sind Spielzeug, eine Armbanduhr hingegen sorgt fürs perfekte Timing. Die Uhrenindustrie ist dabei bei Weitem nicht so konservativ, wie es vielleicht den Anschein hat. Auch sie profitiert vom digitalen Zeitalter. Die legendäre Fliegeruhr von IWC wird vermehrt über das Internet vertrieben. Der Online-Uhrenmarkt Chrono24 vertreibt unter anderem viele IWC-Modelle.

Neben dem bloßen Online-Vertrieb von Uhren wird das Netz auch als neue Informationsplattform genutzt. Allen voran die Watchblogger-Szene. Blogger sind eine junge Szene im Internet, die jetzt auch das bisherige Altherren-Domizil erobern: die Armbanduhr. Sogar auf der "Salon International de la Haute Horlogiere", der renommiertesten Uhrenausstellung der Welt, durften jetzt auch Uhrenblogger teilnehmen. Ein eindeutiger Indikator für den Erfolg und den Einfluss, den diese Szene mittlerweile auf die Uhrenindustrie hat. Blogger beeinflussen maßgeblich, welche Uhren und welche Marken verkauft werden.

Gerade im Uhrenmarkt haben es Blogger leicht. Wer sich zuvor Informationen über ein Modell verschaffen wollte, fand sich schnell in Fachmagazinen wieder, die letztlich nur die vorgefertigte PR der Uhrenmarke wiedergaben. Die unabhängige und ehrliche Meinung mancher Blogger war da die willkommene Kehrtwende. Denn über Jahrzehnte hielt die Uhrenbranche bewusst einige Abläufe unter strenger Geheimhaltung. Kein Wunder bei einem weltweiten Umsatz von rund 60 Milliarden Dollar, wachsenden Verkaufszahlen und Gewinnmargen, die auf 60 Prozent geschätzt werden, will man nicht allzu viel von sich preisgeben.

Aber die Macht der Blogger und sozialen Netzwerke wie Instagram kann die Branche dann doch nicht ignorieren, dafür hat sie den Watchbloggern zu viel Kundenzuwachs zu verdanken. Aber was machen Watchblogger überhaupt? Erst mal hat ein Blog eine potenziell größere Reichwerte als andere Medien, etwa lokales TV oder Radio. Dann werden dort Produkte nicht einfach nur beworben oder vorgestellt, sondern es wird eine Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die möglichst vielen zugänglich ist.

Das nimmt der Uhrindustrie zwar in gewisser Weise ihre geliebte Exklusivität. Aber ohne die Blogger hätte sich die finanzkräftige und konsumfreudige Zielgruppe der 30- bis 40-Jährigen wohl nicht erschlossen. Einer dieser Blogs soll hier einmal exemplarisch vorgestellt werden. Er heißt A Blog to Watch und wird vom 33-jährigen Ariel Adams betrieben. Sein Blog zählt zu den wichtigsten und größten Uhrenblogs der Welt. Er finanziert sich vor allem durch Werbung.

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