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New-York-Fotos sind an der Spitze

Der Times Square in New York landet auf Platz drei der am meisten fotografierten und anschließend bei Instagram hochgeladenen Orte der Welt.
Der Times Square in New York landet auf Platz drei der am meisten fotografierten und anschließend bei Instagram hochgeladenen Orte der Welt. FOTO: dpa
Berlin. Soziale Netzwerke leben von der Lust ihrer Nutzer sich selbst darzustellen. Millionen Menschen laden ihre Fotos ins Internet und den Ort der Aufnahme gleich dazu. Das Ergebnis: Listen der meistfotografierten Städte der Welt. Christopher Weckwerth

Sie tun es am Times Square in New York. Sie tun es im Gorki-Park in Moskau. Sie tun es in der ewigen Stadt Rom: Fotografieren, Hochladen, Bilder mit Schlagworten versehen. Millionen Menschen stellen ihre Fotos auf Portalen im Internet ein und liefern die geografischen Angaben gleich mit. "Geotagging" nennt sich das.

Wertet man diese Masse an Daten aus, kommt Erstaunliches ans Licht: Die ungarische Hauptstadt Budapest ist nach dieser Zählweise der am zehnthäufigsten fotografierte Ort der Welt. Und es gibt mehr Fotos aus Neuschwanstein als aus Berlin. Das steht jedenfalls auf der Foto-Weltkarte "Sightsmap" von Google. Der Internetriese hat für die Rangliste die Geodaten seiner Plattform Panoramio analysiert. Bis auf Straßenebene lassen sich dort die beliebtesten Plätze für Schnappschüsse, Selfies und Souvenirs erkunden. Ähnlich funktioniert es bei Instagram. Der Foto-Dienst den Facebook vor drei Jahren für mehrere Hundert Millionen Dollar aufkaufte, lässt ebenfalls eine geografische Verortung zu. Die meisten Fotos 2014 kamen demnach aus dem Disneyland im kalifornischen Anaheim.

Aber warum wollen so viele Hobby-Fotografen der Welt zeigen, wo sie waren? "Fotos sind zu einem Identitätsmerkmal von Menschen geworden", sagt Ralf Adelmann. Der Medienwissenschaftler von der Universität Paderborn beschäftigt sich seit Jahren mit dem Online-Verhalten als kultureller Form. Nicht nur Profis, sondern auch Amateure wollten ihre Kamera-Sicht auf die Welt zeigen, sagt Adelmann. "So spielen Lokalisierung und Ästhetik zusammen. Beispielsweise werden beliebte Touristenmotive nicht immer gleich, sondern aus einer individuellen, einmaligen Perspektive abgelichtet." Derzeit dominieren die USA in den Ranglisten der Bilder mit Geotags. Wohl auch, weil viele der Nutzer aus den Vereinigten Staaten kommen. Ausreißer gibt es aber durchaus: In der Instagram-Liste sind etwa auch das Siam Paragon in der thailändischen Hauptstadt Bangkok und die Dubai Mall in den Vereinigten Arabischen Emiraten prominent dabei, zwei Luxus-Shoppingcenter. Sie zeigen, dass das Geotagging ein globales Phänomen ist.

Der Datenkünstler Eric Fischer hat unzählige Fotos der Plattform Flickr ausgewertet. Die Sammlung nutzte der US-Amerikaner, um etwa in Berlin die Lieblingsorte von Touristen mit denen der Einheimischen zu vergleichen. Rein faktisch überrascht der daraus entwickelte bunte Stadtplan nicht: Die Touristen tummeln sich im Regierungsviertel und am Kudamm, viele Einwohner zieht es dagegen in den Südosten. Dafür haben Fischers Arbeiten auch einen künstlerischen Wert. Sogar im New Yorker Museum of Modern Art waren seine Karten schon zu sehen.

Den meisten Hobby-Fotografen auf den Internet-Plattformen wird diese Ehre wohl nie zuteil. Doch Anerkennung finden auch sie - und sei es als Teil einer analysierbaren Masse. Denn sie sind es, die New York zur meistfotografierten Stadt der Welt machen oder das Disneyland in Kalifornien zum Instagram-Trend des Jahres.

sightsmap.com

panoramio.de

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Die meistfotografiertenStädte bei Panoramio: 1. New York City, USA 2. Rom, Italien 3. Barcelona, Spanien 4. Paris, Frankreich 5. Istanbul, Türkei 6. Venedig, Italien 7. Monte Carlo, Monaco 8. Florenz, Italien DiemeistfotografiertenOrte 2014 bei Instagram 1. Disneyland - Anaheim 2. Dodger Stadium - Los Angeles 3. Times Square - New York 4. Siam Paragon - Bangkok 5. Gorki-Park - Moskau 6. Louvre - Paris 7. Roter Platz - Moskau 8. Madison Square Garden - New York