Windows 10 wird ab kommender Woche ausgeliefert. Laut Microsoft soll das neue Betriebssystem einfacher zu bedienen sein. Doch welche anderen Funktionen bringt das neue Windows?

Erneut hat Microsoft seinem neuen Betriebssystem ein umgestaltetes Startmenü verpasst. Bei Windows 10 ist es eine Mischung der Menüs der beiden direkten Vorgänger. Auf der linken Seite des Menüs werden oft benötigte Programme angezeigt. Die rechte Seite des Startmenüs erscheint im Kachel-Design. Über diese Kacheln lassen sich Apps, zum Beispiel Facebook, Musik- oder Videoplayer oder das E-Mail-Postfach öffnen. Außerdem werden hier Informationen wie die Wetterlage angezeigt.

In Rente geschickt hat Microsoft hingegen den Internet Explorer. Mit Windows 10 wird der neue Browser "Edge" eingeführt. Bei Vorab-Leistungsstests der IT-Fachpresse schnitt Edge im Vergleich mit den Konkurrenzprodukten Firefox und Chrome gut ab. In Sachen Sicherheit lag Edge im Test auf dem zweiten Platz hinter dem Browser Chrome. Ebenfalls neu ist die digitale Assistentin Cortana. Mit ihr lassen sich sprachgesteuert Programme öffnen oder kurze Texte schreiben. Cortana versteht dabei auch Fragen in natürlicher Sprache, wie etwa "Wie wird das Wetter morgen?" und erinnert an gespeicherte Termine.

Auf einige Programme der Windows 10 Vorgänger müssen Nutzer allerdings künftig verzichten. Der Multimedia-Player "Windows Media Center" ist nicht mehr integriert. Somit lassen sich auch keine Film-DVDs mehr abspielen. Microsoft verspricht als Ersatz eine kostenlose App. Der Clou des neuen Win-dows: Erstmalig ist eine neue Version des Micosoft-Betriebssystems kostenlos zu haben. Allerdings mit zwei Einschränkungen. Erstens: Nutzer müssen ein Gerät mit einem Windows Betriebssystem (Windows 7 mit Servicepack 1, oder Windows 8.1) mit gültiger Lizenz besitzen. Ein Upgrade von Windows XP oder älteren Versionen ist nicht möglich. Zweitens: Kostenlos ist ein Update auf Windows 10 nur ein Jahr lang, also bis 29. Juli 2016.

Von der Windows-Ausgangsversion ist auch abhängig, welche Windows-10-Version der Nutzer erhält. Besitzer einer Windows 7 oder 8 Home Version erhalten Windows 10 Home. Hat der Nutzer eine Vorgängerversion mit dem Zusatz Professional (Pro), erhält er eine Win 10 Pro Version.

Schon jetzt können sich Nutzer von Windows 7 und 8 für ein Update anmelden. Dies ist über die "Get Windows 10-App" möglich. Die App prüft, ob das Programm auf dem Gerät des Nutzers funktioniert und reserviert das kostenlose Upgrade. Haben Nutzer das automatische Windows-Update an ihrem Rechner oder Tablet aktiviert, so hat sich diese App in den letzten Wochen automatisch auf ihrem System installiert. Die App erscheint dann als kleines Windowssymbol in der Taskleiste unten rechts auf dem Bildschirm. Das Programm lässt sich aber auch über den Win-dows-Store herunterladen.

Die Systemvoraussetzungen von Windows 10 lassen sich mit denen der beiden Vorgängerversionen vergleichen. In der Regel soll das neue Betriebssystem auch auf Rechnern laufen, auf denen Windows 7 oder 8 gut arbeitet. Im Zweifel können Nutzer mit der "Get Windows 10-App" prüfen, ob ihr System kompatibel ist.

Ist ein Nutzer unzufrieden mit Windows 10, hat er laut Microsoft 30 Tage lang die Möglichkeit, das Update rückgängig zu machen und wieder mit seiner vorherigen Windows-Version zu arbeiten.

Zum Thema:
Microsoft beginnt am 29. Juli mit der Auslieferung des Windows 10 Updates. Das heißt aber nicht, dass alle Nutzer, die das Update vorab reserviert haben, das Programm ab dem 29. Juli auch nutzen können. Erst nach und nach spielt Microsoft das drei Gigabyte große Programm auf die Rechner der Nutzer. Laut Microsoft kann dies bis Ende diesen Jahres dauern.