| 13:07 Uhr

Ist der Abstieg des Hamburger Sportvereins unvermeidlich?

Tabellenplatz 16. Der Bundesliga-Dino ist am letzten Bundesliga-Spieltag ganz unten angekommen. Hoffnung schürte allein der Sieg gegen den FC Augsburg, der den leidenden Fans zumindest vorübergehend wieder ruhigere Nächte beschert. Und dennoch: Manch eine Stimme lässt laut werden, dass der Hamburger Sportverein dieses Jahr reif sei und den Weg in die 2. Bundesliga antreten wird.

Wer sich das Geschehen der letzten Monate, den gesamten Auftritt des Vereins anschaut, muss zwangsweise zum selben Fazit kommen. Ist also der Abstieg vom Hamburger SV unausweichlich?

Fluktuation in der Führungsebene - und in der Verantwortung

Fünf Trainer hat der HSV in zwei Jahren "verbraucht". Der erfahrene Mirko Slomka konnte es ebenso wenig richten wie der erst kürzlich entlassene Josef Zinnbauer, der dem HSV frischen Wind einimpfen sollte. Doch alles, was am Ende dabei herauskam, das war ein Nordclub, wie ihn selbst die alteingesessenen Hamburger Urgeisteine noch nicht gesehen haben.

Verantwortlich für die derzeitige Situation des Bundesliga-Dinos sind aber nicht nur Trainer, sondern ist vor allem auch die Führungsetage. Da war der Heilsbringer aus Dänemark in Person von Frank Arnesen oder der für viel Geld aus Karlsruhe geholte Oliver Kreuzer, die viel Neues, aber nichts Brauchbares brachten. Bis man letztendlich auf Altbewährtes zurückgriff. Aber auch Dietmar Beiersdorfer scheint den HSV nicht mehr retten zu können. Womöglich liegt dies aber auch an der Frage: Wer hat im Hamburg eigentlich etwas zu sagen?

Beiersdorfer definiert sich als Vorstandsvorsitzender der HSV Fußball AG . Ihm unterstellt ist der Direktor Sport, dicht gefolgt vom Direktor Profifußball Peter Knäbel, der sich jüngst selbst als Retter in der Not versuchte, als "beste Option" galt, allerdings letztmalig den FC Winterthur trainierte - vor 15 Jahren.

Aber wer entscheidet dies eigentlich alles? Wer übernimmt Verantwortung für die prekäre Situation, in der sich der Hamburger SV derzeit befindet? Wer ist gerade dabei, den Hamburger SV in die 2. Bundesliga zu führen?

Restprogramm in der Bundesliga für den HSV

(A) FSV Mainz 05(H) SC Freiburg(A) VfB Stuttgart(H) Schalke 04Das große Fußball-Wirrwarr auf und neben dem Platz

Geht es in der Verwaltungsebene durcheinander zu, darf es nicht wundern, wenn sich auf dem Platz kein besseres Bild darbietet. Aber kein Wunder: Da wurden nostalgische Transfers wie bei Ivica Olic getätigt, der seinem Karriereende entgegentaumelt, oder es wurde ein van der Vaart geholt, der öfter in der Tageszeitung zu lesen ist, als dass er auf das Tor schießt. Klar ist jedenfalls, dass der Kader kräftig ausgedünnt werden muss, geht es wirklich in die zweite Liga, denn der Spieleretat würde sich um knapp die Hälfte kürzen.


Name Abgebender VereinAblösesumme
 Pierre-Michel Lasogga Hertha BSC 8,5 Mio
 Nicolai Müller 1. FSV Mainz 05 4,5 Mio
 Valon Behrami SSC Neapel 3,5 Mio
 Cléber Reis Corinthians 3,0 Mio

Da bleibt dem Hamburger SV letztendlich nur die Hoffnung, dass sich wie in der letzten Saison zwei Mannschaften finden lassen, die es zustande bringen, noch weniger auf den Platz zu bringen als der HSV. Doch wie wahrscheinlich ist das? Auf wettanbieter.de zeigt sich, dass selbst Sportanbieter nicht mehr mit einem Verbleib der Mannschaft in der 1. Bundesliga rechnen.

Aber aufgepasst: 27 Punkte hatte der Traditionsclub am Ende der letzten Saison. Mit zwei Unentschieden gegen Greuther Fürth sicherte man sich den Verbleib im Fußballoberhaus. Immerhin einen Punkt mehr hat man jetzt nach dem 30. Spieltag auf dem Konto - allerdings punktgleich mit dem SC Paderborn, dem Fußballriesen, der dem ehemals in ganz Deutschlands beliebten HSV mittlerweile auch sämtliche Sympathiepunkte gestohlen hat.

12 Punkte sind noch zu verteilen. Unter anderem muss man noch gegen direkte Mitbewerber um den Klassenerhalt ran. Besonders das Duell gegen den krisengeschüttelten Vfb Stuttgart dürfte dabei interessant sein. Zumindest die leicht aufsteigende Form vom letzten Samstag im Duell gegen den FC Augsburg lässt hoffen, dass die legendäre Stadionuhr des HSV am 34. Spieltag nicht auf null gesetzt werden muss.