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Heute wird gestreamt: Junge Menschen pfeifen auf CD und DVD

Für Jugendliche spielt die Musik fast ausschließlich im Internet.
Für Jugendliche spielt die Musik fast ausschließlich im Internet. FOTO: dpa
Stuttgart. (dpa) Filme, Serien und Musik kommen bei vielen jungen Leuten in Deutschland inzwischen nur noch aus dem Internet. Die Älteren sehen und hören dagegen weiter auch offline.

Das geht aus einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) hervor. Demnach hören fast drei Viertel der 18- bis Zwanzigjährigen Musik nur noch oder überwiegend online - also über Streamingdienste wie Spotify oder im Webradio. Filme, Serien oder auch das TV-Programm sieht gut die Hälfte in dieser Altersgruppe zum Großteil oder sogar ausschließlich im Netz.

Von CD oder DVD habe sich die junge Generation weitgehend verabschiedet, heißt es im Fazit der Studie. Nennenswertes Wachstum sei damit nicht mehr zu erzielen. "Neue und erfolgversprechende Geschäftsmodelle entstehen im Unterhaltungssegment fast nur noch im Netz", erläuterte Joachim Spill, der bei EY den Bereich Technologie, Medien und Entertainment sowie Telekommunikation leitet.

Über alle Altersgruppen hinweg sind die reinen Online-Nutzer noch in der Unterzahl. Nur 22 Prozent gaben in der repräsentativen Befragung an, ausschließlich oder überwiegend online Musik zu hören. Immerhin 50 Prozent nutzen dafür aber zumindest gelegentlich auch das Internet. Bei Fernsehen, Filmen und Serien waren es 18 Prozent aller Befragten, die einzig oder zum Großteil Angebote im Netz nutzen. Ein knappes Drittel nimmt sie mindestens ab und zu in Anspruch.

Viele Nutzer sind inzwischen auch bereit, für die Inhalte im Netz zu zahlen. So nutzen der Studie zufolge bereits 23 Prozent einen kostenpflichtigen Streaming-Dienst, wie Amazon Instant Video oder Netflix, für Filme und Serien. Diese hätten eine vergeichsweise moderate Preisstruktur für oft hochqualitative Inhalte entwickelt, erläuterte Spill. "Zudem hat die Rechtsprechung durch schärfere Regelungen in den vergangenen Jahren illegalen Plattformen immer weiter das Wasser abgegraben."

Das gelte zwar auch für Musik, allerdings sei vor allem das durch Werbung finanzierte Gratisangebot von Marktführer Spotify eine Alternative für alle, die nicht zahlen wollen. 19 Prozent nutzen laut Umfrage dennoch einen kostenpflichtigen Musik-Dienst im Internet.