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| 08:35 Uhr

Smartwatches
Googles Plan: Smartwatches sollen Fitnesstrainer werden

Die Smartwatch musste lange suchen, bis sie ihre Bestimmung gefunden hat.

Zwischenzeitlich wurde sie sogar als Flop abgestempelt. Doch mittlerweile ist sie für viele Sportler zum unverzichtbaren Trainingsbegleiter geworden. Google möchte diesen Trend noch verstärken, wie eine aktuelle Patentanmeldung des Software-Konzerns zeigt. Das neue Wear OS soll demnach zum vollwertigen digitalen Fitnesstrainer ausgebaut werden.


Googles Pläne: Künstliche Intelligenz motiviert zu mehr Bewegung

Praktisch alle Smartwachtes arbeiten als Fitnesstracker. Wer beispielsweise Laufen geht, kann seinen Puls, die Zahl der zurückgelegten Schritte, die verbrannten Kalorien oder auch die bisherige Entfernung erkennen. Google möchte darüber hinausgehen und hierfür die künstliche Intelligenz einsetzen, auf der auch der "Assistent" in Android-Smartphones basiert. Beispielsweise soll die Smartwatch von sich aus motivieren können. Der "Fitnesstrainer" erinnert Euch an Eure Ziele und zeigt Wege auf, wie Ihr diese erreichen könnt.

Konkret könnte dies beispielsweise so aussehen: Eine Person trägt eine Samsung Gear Sport Smartwatch, die das neue Wear OS von Google erhalten hat. Das System erkennt, dass ein Termin in 50 Minuten ansteht. Es ermittelt sogleich den eigenen Standort und den von der Person, welche die Uhr trägt. Der "Fitnesstrainer" rechnet aus, dass der Uhrenträger sein heutiges Schrittziel erreichen würde, wenn er zu Fuß geht und nicht das Auto nimmt. Zusätzlich ermittelt die Smartwatch, wie viel Kalorien verbrannt würden, wenn die Person stattdessen mit dem Fahrrad fährt. Ist diese Zahl höher, schlägt sie stattdessen diese Variante vor.

Das Ganze verlangt allerdings eine große Zahl von Daten, wie aus dem Patent hervorgeht. Der aktuelle Standort muss ebenso ständig überwacht werden wie der Kalender und der Bewegungsfortschritt. Der Nutzer ist zudem angehalten, regelmäßig seine Trainingsziele zu aktualisieren. Nur auf diese Weise kann das System als "Fitnesstrainer" arbeiten. Dies kostet entsprechend Datenvolumen. Ein weiteres Problem kann der Akku werden. Da die Smartwatch ständig aktiv ist, geht dies zu Lasten der Batterieladung. Bislang sind Akkus jedoch noch traditionelle Schwachpunkte der intelligenten Armbanduhren. Dies gilt insbesondere für günstige Modelle.


Google möchte Apple Konkurrenz machen

Der Smartwatch-Markt wird von Apple dominiert. Keine der intelligenten Uhren verkauft sich derart gut wie die Modelle aus Cupertino. Allein 2017 trugen 53,01 Prozent aller verkauften Smartwatches den angebissenen Apfel. Und die Tendenz ist sogar steigend. In den letzten Quartalen kam Apple auf einen Marktanteil von mehr als 60 Prozent wie Zahlen von "IDC" zeigen. Der Smartwatch-Markt wuchs 2017 insgesamt um 10,3 Prozent, was praktisch komplett Apple zu verdanken war.

Die Geräte, die mit Googles Wear OS laufen, haben mit Verwechslungsgefahr zu kämpfen. Sie werden häufig für Fitnesstracker gehalten. Andere sind so kostspielig, dass ihr Käufermarkt einfach nicht groß genug ist. Apple ist es dagegen gelungen, eine klar als Smartwatch zu erkennende Uhr auf den Markt zu bringen, deren günstigste Modelle sich im mittleren Preissegment bewegen. Die sogenannte Markenwahrnehmung der Kalifornier unterstützte dabei, dass die AppleWatch von Beginn an als High End-Produkt und nicht als einfacher Tracker mit Uhrenfunktion wahrgenommen wurde.

Google plant, über den digitalen Fitnesstrainer am Handgelenk ein anderes Alleinstellungsmerkmal für die eigenen Smartwatches zu finden. Idealerweise findet dieses Feature so breiten Anklang, dass die Modelle mit Wear OS sich deutlich erkennbar von Fitnesstrackern absetzen, zugleich günstiger als die Apple-Modelle sind, und so ihre Käufer finden.

Das große Potential der Smartwatches hat indessen auch Geschäftsführer Gerrit Esters von uhrencenter.de entdeckt und verweist in einem Interview darauf, dass ein nicht unerheblicher Teil der großen Auswahl an Herrenuhren im Online-Shop von uhrcenter.de inzwischen Smartwatches seien. Außerdem rechnet Esters in den nächsten Jahren mit steigenden Verkaufszahlen - vor allem dann, wenn es Google gelänge, sich noch effektiver zu positionieren und ein erfolgreiches Konkurrenzprodukt zur derzeit noch dominierenden AppleWatch auf den Markt zu bringen.