Manchmal fängt es mit schmeichelnden Kommentaren auf Tanzeinlagen der Teenies an. Andere Reaktionen sind anzüglich, belästigend oder mit anstößigen Emoticons versehen. Auf sozialen Netzwerken wie TikTok tummeln sich nicht nur junge Heranwachsende, sondern auch Erwachsene – darunter Pädosexuelle.
Ähnlich sieht es in Onlinespielen aus, in denen Kinder über Chat-Funktionen Gewalt, Beleidigungen, sexuelle Anbahnung, Rassismus und Extremismus erleben. Selbst in Klassen-Chatgruppen können Kinder schnell selbst zu Straftätern werden.
Die RUNDSCHAU hat mit Brandenburgs Cyberkriminologen Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger gesprochen. Er ist selbst Vater, Online-Gamer, hat zahlreiche Publikationen zum Thema veröffentlicht und lehrt an der Hochschule der Polizei in Oranienburg.
Seine Tipps:

So schützen Eltern Kinder im Netz: Sei Experte!

Kinder haben häufig mehr Ahnung vom Internet als ihre Eltern. Diesen Vorsprung müssen Eltern ausgleichen, indem sie sich selbst informieren. Spielen Sie selbst, was ihre Kinder spielen! Sammeln Sie Erfahrungen mit sozialen Medien! Dann können Eltern glaubhaft als Ratgeber gegenüber ihren Kindern auftreten. „So wie Sie sich ja auch im Straßenverkehr auskennen und Ihr Kind Ihnen da keine Regeln vormachen kann“, bringt es Rüdiger auf den Punkt.

So schützen Eltern Kinder im Netz: Werde Erklärbär!

Wenn Eltern die Programme kennen, die ihre Kinder nutzen. Und dort selbst schon Erfahrungen gemacht haben, können sie viel authentischer darüber mit dem Kind reden – und werden so zum glaubhaften Ratgeber.
Cyberkriminologe Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger
Cyberkriminologe Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger
© Foto: STEPHAN LIMBERG

So schützen Eltern Kinder im Netz: Sei ein Vorbild!

Wer Kindern vermitteln will, wie man sich im Netz verhält, sollte auch selbst wissen, was er tut und entsprechend handeln. Was passiert beispielsweise, wenn Sie Fotos ihrer Kinder als Statusmeldung bei Whatsapp posten? Wer kann das alles sehen? Und was stellt er dann damit an?

So schützen Eltern Kinder im Netz: Sei Vertrauensperson!

Wer Kindern ein Smartphone gibt, sollte gleichzeitig sehr deutlich machen, dass ihnen das nicht wieder weggenommen wird. Denn sonst wächst bei den Kindern die Angst, wenn sie etwas falsch machen oder ihren Eltern erzählen, was sie Schlimmes erlebt haben, dass ihnen dann das Smartphone verboten wird. „Das wäre der soziale Tod für Ihr Kind“, warnt Rüdiger.