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Digitaler Nachlass bereitet vielen Erben Sorgen

Internetnutzer sollten sich Gedanken darüber machen, was nach dem Tod mit ihren Benutzerkonten im Internet passiert.
Internetnutzer sollten sich Gedanken darüber machen, was nach dem Tod mit ihren Benutzerkonten im Internet passiert. FOTO: dpa
Cottbus. Wenn jemand stirbt, bleiben seine Benutzerkonten erst einmal bestehen. Es ist für Angehörige gar nicht so leicht, sie löschen zu lassen. Der digitale Nachlass wird dann manchmal zum Problem. dpa

Was nach dem Tod mit ihren Benutzerkonten im Internet passiert, daran verschwenden viele keinen Gedanken. Sollten sie aber: Denn ohne Kontoinformationen oder Zugangsdaten kann es für Angehörige schwer werden, Zugriff zu bekommen. Darauf weist die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hin. Am besten listen Nutzer alle Konten mit Namen und Passwörtern auf, hinterlegen die Liste in einem Umschlag an einem sicheren Ort und aktualisieren sie regelmäßig.

Außerdem ist es den Verbraucherschützern zufolge wichtig, schon zu Lebzeiten eine Vertrauensperson zu benennen, die sich nach dem Tod um den digitalen Nachlass kümmert. Ebenso gilt es, schriftlich festzuhalten, was mit den eigenen Daten nach dem Ableben geschehen soll. Von Nachlass-Diensten raten die Experten ab. Ihre Vertrauenswürdigkeit sei kaum feststellbar. Außerdem könnten solche Dienste vom Markt verschwinden und die Daten in falsche Hände geraten.

Die Verbraucherzentrale hat 18 Internetdienste daraufhin untersucht, ob sich Benutzerkonten online löschen lassen, und die Unternehmen schriftlich befragt, was mit Konten und Daten Verstorbener geschieht.

Hinweise darauf, was nach dem Tod eines Nutzers mit seinem Konto passiert, suchten die Verbraucherschützer mit Ausnahme von zwei Anbietern auf den meisten Seiten vergeblich. Es sei auch kaum festzustellen gewesen, ob die Anbieter die Nutzerdaten bei einem Todesfall komplett löschen oder über die gesetzlichen Aufbewahrungspflichten hinaus weiter speichern. Bei sechs Anbietern ließen sich Konten online gar nicht löschen.

Auf die Anfrage antworteten zwölf Anbieter: Alle verlangen zum Löschen des Kontos einen Nachweis über den Tod des Nutzers, meist eine Sterbeurkunde, manchmal einen Erbschein oder eine Gerichtsverfügung. Für die juristischen Fragestellungen und Probleme rund um das Thema gibt es bislang keine klaren gesetzlichen Regelungen oder die Rechtslage ist umstritten. Deshalb hat der Verbraucherzentrale Bundesverband mit Machts-gut.de eine Infoseite mit Checklisten rund um den digitalen Nachlass erstellt.