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Die Deutschen fürchten Wahlmanipulation

Berlin. Bei den Bundesbürgern ist die Sorge, dass die Ergebnisse der Bundestagswahl manipuliert werden könnten, weit verbreitet. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervor, bei der 1009 Wahlberechtigte befragt wurden. Maja Michel

78 Prozent der Bundesbürger sehen demnach die Gefahr einer gezielten Verbreitung von Falschnachrichten. 77 Prozent fürchten Manipulationen durch Hacker, die möglicherweise interne Informationen über Parteien oder Politiker veröffentlichen könnten.

Mehr als zwei Drittel denken, dass Social Bots, also automatisierte Chat-Programme in sozialen Netzwerken, die öffentliche Meinung beeinflussen. Und 65 Prozent gehen davon aus, dass fremde Staaten versuchen könnten, das Wahlergebnis durch digitale Angriffe zu manipulieren.

Die Angst vor solchen Attacken ist laut Bundesverfassungsschutz nicht ganz unbegründet. Russische Hacker könnten demnach versuchen, die Wahl zu beeinflussen - wie es beispielsweise in den Vereinigten Staaten oder in Frankreich der Fall gewesen sein soll. Im Mai 2015 wurde der Bundestag schon einmal zum Zielobjekt einer Cyber-Attacke, hinter der russische Hacker vermutet werden. Laut Innenministerium blieben Deutschland im Wahlkampf jedoch bisher große Cyber-Angriffe erspart. "Wir sehen nicht, dass Putin sich in den Wahlkampf eingemischt hat, und wir sehen auch keine große Wirkung", sagt Thomas de Maizière (CDU). Der Innenminister ruft daher zur Gelassenheit auf.