Doch nicht hinter jedem Billigangebot versteckt sich ein Schnäppchen.

Kleinanzeigen sind für Privatleute gedacht. Aber auch gewerbliche Anbieter stellen Inserate ein. Für sie gelten besondere Regeln. Sie müssen eine Gewährleistung einräumen, Widerrufsfristen angeben und ein Impressum haben. So können Käufer die Ware bei Problemen zurücksenden oder unter bestimmten Voraussetzungen vom Kauf zurücktreten. Bei privaten Inserenten fallen diese Pflichten weg. Doch die Grenzen sind fließend. Wer in kurzer Zeit auffallend viel verkauft oder großen Umsatz auf einem Online-Flohmarkt macht, gilt unter Umständen schon als Unternehmer.

Um die Kaufbedingungen deutlich zu machen, müssen Privatverkäufer Gewährleistung und Widerrufsrecht explizit ausschließen. Dazu genügt schon ein formloser Satz im Inserat, sagt Stephanie Schmidt vom Bundesverband für E-Commerce. Der Käufer kann dann nach dem Kauf nichts mehr beanstanden oder Geld zurückverlangen. Eine Ausnahme gilt, wenn die Ware Mängel aufweist, die in der Produktbeschreibung nicht auftauchen, erläutert Mona Semmler von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Der Kunde muss dann beweisen, dass der Artikel nicht so aussieht oder funktioniert wie im Inserat angegeben. Da könne es helfen, wenn Kaufinteressenten vor der Übergabe Anzeigentexte oder Produktbeschreibungen speichern oder ausdrucken. Entdeckt man nach dem Kauf kaputte Teile oder funktioniert die Ware nicht richtig, könne sich der Käufer auf diese Dokumente berufen. Wie überall, wo Geld im Spiel ist, gilt es, auf Betrüger zu achten. Verbraucherschützer warnen deshalb davor, per Vorkasse zu bezahlen. Wenn der versprochene Artikel nicht kommt, haben Käufer keine Möglichkeit, wieder an ihr Geld zu gelangen. Ähnlich funktionieren Maschen, in denen die vermeintlichen Verkäufer Treuhänder erfinden, an die eine Zahlung gehen soll.

Umgekehrt können auch Verkäufer auf Betrügertricks hereinfallen: Zum Einsatz kommen ungedeckte Schecks, gefälschte Überweisungsaufträge oder Paypal-Bestätigungen. Der Verkäufer schickt die Ware im Glauben los, das Geld sei bezahlt. Fliegt der Betrug auf, ist es zu spät.

Ganz sicher sind weder Inserenten noch Käufer vor Betrug. Die kostenlosen Plattformen sind nur Vermittler. Gleiches gilt für Verkaufs-Gruppen auf Facebook. Wie im gedruckten Anzeigenblatt dienen sie nur zur Kontaktherstellung. Semmler rät trotzdem, sich im Streitfall an diese Seitenbetreiber wieder zu wenden: "Sie haben schließlich ein Eigeninteresse am reibungslosen Ablauf der Verkäufe." Bei Betrug sei die Polizei der richtige Ansprechpartner.